Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: brandenburg

Brandenburger Prärie

Brück

Ein Reisender reiste nach Brück,
Sein Zug, der war pünktlich, zum Glück,
Er wollte dort speisen,
Gleich neben den Gleisen,
Doch gab’s nicht mal ein Kuchenstück.

David Damm, 2017

Vehlefanz

Ein Biber verlobt‘ sich in Vehlefanz
Und bat seine Frau bald zum Hochzeitstanz.
Er glänzte im Frack,
Sie trug schwarzen Lack
Und schrie schmerzlich: „Aua, du stehst auf dem Schwanz!“

David Damm, 2016

Schwante

Es lebte ’ne Tante in Schwante,
Sie war ’ne entfernte Verwandte,
Und wurde ihr heiß,
Da tropfte der Schweiß
Und perlte das Aqua Frizzante.

David Damm, 2016

Telz

Ein Müllerssohn hockte in Telz
Am Nottefließ auf einem Fels.
Die Sonne schien warm,
Er kühlte den Arm
Und fing einen kräftigen Wels.

David Damm, 2016

Bärenklau

Ein wachsamer Jäger aus Bärenklau,
Der hörte ein Brummen im Morgentau,
Dann sprang er vor Schreck
In’s Höhlenversteck,
Doch waren’s nur Bienen auf Blumenschau.

David Damm, 2016

Notrufmelder

Notrufmelder

An der Außenfassade eines alten Gebäudes, vielleicht einem ehemaligen Schulgebäude, in der Nähe von Neuruppin entdeckt. Der Notrufmelder sah im Vergleich zum Haus regelrecht funktionstüchtig aus. Nur die Scheibe, die man im Notfall einschlagen sollte, war nicht mehr vorhanden. Die Versuchung war da, aber ich konnte widerstehen und habe den Knopf nicht gedrückt. Wer weiß, was sonst passiert wäre?

Scheibe einschlagen
KNOPF TIEF DRÜCKEN
O
VOLKSPOLIZEI/FEUERWEHR
telefonisch anfordern
und erwarten

Ein passendes Gedicht dazu wäre jenes über den Feuerlöscherwandhydrant.

Regenwald statt Spreewald

Wir, die glorreichen Sieben, sind durch den Regenwald geradelt und haben die sieben Brücken über den sieben Kanälen bezwungen. Während einer Strecke von fünfzig Kilometern, in der uns die Einheimischen vor verschlossenen Türen haben dursten und darben lassen, wurden wir im ersten Gang gewaschen, im zweiten geschleudert und durchgerüttelt, um im dritten getrocknet zu werden und mit Sonnenschein für die Strapazen belohnt in der Heimat anzukommen.

Es war ein schöner, grauer Sonntagmorgen. Ich stand gegen 7 Uhr auf, es war schon hell. Um kurz vor acht nahm ich die U-Bahn von Steglitz und war wenige Minuten später am Bahnhof Zoo. Dort wartete ich auf dem Gleis 2 auf die Regionalbahn und die Organisatorin der Tour. Johanna kam in ihrer kompletten Radmontur mit langer Hose und Jacke. Das Wetter war trocken und unerwartet warm, um die 20 Grad. Gegen halb 9 stiegen wir vorn in den Zug ein. Das Fahrradabteil, das für bis zu zwölf Räder ausgelegt war, war bis auf zwei Reisende komplett leer. Wir stellten die Räder seitlich an die Wand und statt des vorgesehenen Sicherheitsgurtes wie im Auto verwendete ich einen Spanngurt. Die nächste Mitreisende stieg am Alex hinzu. Und der letzte große Schwung am Ostbahnhof, so dass wir nun zu siebt waren – zwei Männer und fünf Frauen. Trotz des grau verhangenen Himmels waren alle gut gelaunt und freuten sich auf eine spannende Tour durch den Spreewald.

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