Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: sommer (Seite 1 von 2)

Im Wald

Zwischen langen schmalen Stämmen
Süßer Duft von Kiefernharz,
Birken, die mir Schatten spenden,
Stämme, weiß gefleckt und schwarz.

Vögel singen ihre Lieder,
In den Kronen, hier am Hain,
Unter’m Laub reckt sich ein Bäumchen,
Möchte eine Eiche sein.

David Damm, 2016

Abend am Wannsee

Die Blässgänse fiepsen,
Ein Motorboot dröhnt,
Die Sonne versinkt hinterm Wald.
Eine Entenfamilie schwimmt über den See,
Sechs Schwäne wie Perlen auf einer Schnur.
Ein goldener Streif geht steil in den Himmel,
Und silbern glänzen die Wolken.

Die Wellen plätschern seicht an die Mole,
Der BVG-Dampfer fährt hupend in den Wannseehafen ein,
Durch die Fenster scheint ungehindert das letzte Licht.
Die Sonne brennt ein schmales Loch durch die Wolken,
Die Sonne – ein feuerrotes Ei.
Der Wind flaut ab,
Ein Segelboot streicht das Segel ein.

Die Bootmasten im Hafen stehen still,
Auf ihren Einsatz wartend wie unbenutzte Bleistifte.
Zweihundert Stare folgen im Zickzack der versunkenen Sonne.
Raben und Möwen ziehen nach Norden,
Die Havel hinauf nach Spandau,
Am Strandbad Wannsee vorbei,
Wo die Strandkörbe dem See ihre Rücken zeigen.

David Damm, 2016

Schmackofatz

Ich gönne mir ein Kügelchen,
Vielleicht nehm ich auch zwei,
Die Auswahl, die ist riesengroß,
Für jeden was dabei:

Spaghetti Bolognese?
Oder Birne Parmesan?
Avocado Gurken Chili?
Ich hab keinen Plan.

Tannenzäpfle Bier Sorbet?
Rote Bohnen Pfeffer?
Vanille Knoblauch kohlenschwarz?
Das ist doch ein Treffer.

Kugeln lustig kunterbunt,
Lecker Schleckerei,
Spucke lechzt in meinem Mund,
Doch, jetzt nehm ich drei!

David Damm, 2016

Blau

Blauer Himmel,
Blaues Meer,
Blaue Zunge –
Heidelbeer.

David Damm, 2016

Erntezeit

Die Sonne steht über den Fluren,
Die Ähren so golden und prall,
Die Bauern verbringen’s Getreide
Und lagern es trocken im Stall.

Die Blätter der Bäume verfärben
Und schillern so gelblich im Wind,
Ach, könnt‘ ich dem Herbste entrinnen,
Er macht mein Gemüte so blind.

David Damm, 2016

Augenblick II – Sommer

Er findet bald ein lauschiges Plätzchen,
Zwischen Algen, Hechtkraut, Anemonen,
Hat sofort ein Auge geworfen –
Auf die Rose – will bei ihr wohnen.
Sie willigt ein, bietet ihm Schutz
Vor dem brennenden Sonnenschein,
Erfreut über diese willkommene Geste
Möcht‘ er ewig mit ihr zusammen sein.

Schmetterlinge kreisen durch die Lüfte,
Schwalben zwitschern es über dem Teich,
Der junge Fisch und die blühende Rose
Einander vernarrt und zugeneigt.
Gemeinsam verbringen sie Tag um Tag,
Von herrlichster Früh bis spätester Stund‘,
Sie lachen, sie leben, sie lieben sich,
Beschließen den trautesten, festen Bund.

David Damm, 2005

Das ist die sommerliche Fortsetzung des Gedichts vom Fisch und der Rose. Hier gehts zum ersten Teil, der den Frühling beschreibt.

Die Arena

Schrille Schreie am frühen Himmel,
Zwischen roten Backsteinen unter’m blauen Dach.
Dutzende Mauersegler,
Ihre Runden ziehend
Wie aufgeregte Kinder auf dem Karussell.

Im Mittelpunkt die haushohe Tanne,
Die im Winter mit Schnee bedeckt
Und von Kerzenlichtern erhellt,
Allein und festlich steht sie da,
Bewacht den Hof mit ihrem dunklen Grün.

Im dritten Geschoss hängen Nistkästen,
Unter glänzenden Dachpfannen,
Über geöffneten Fenstern, in die der Sommer strömt.
Ein lautloses Gleiten und rastloses Segeln –
Wie schön ist die Luft!

David Damm, 2016

Sommergruß

Aus Wolken fällt ein Regenguss,
Er treibt die Pflanzen an,
Der Bach erwächst zu einem Fluss –
Es blüht, wo ich nur schauen kann.

David Damm, 2016

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