In einem Webinar, das von Books on Demand (BoD) veranstaltet wurde, ging es darum, wie ich die Reichweite meines Buches erhöhen und damit mehr Leser erreichen kann. Ganz konkret: Wie kommen die Leser zu meinem Buch? Das Schlüsselwort heißt »Metadaten«.
Was sind Metadaten?
Metadaten sind Katalogdaten und liefern zusätzliche Informationen zum Buch. Neben typischen Daten wie Buchtitel, Autor, Verlag, Cover und Klappentext, beschreiben Metadaten das Buch, den Inhalt oder die Zielgruppe des Buches genauer. Metadaten sind zum Beispiel
übergeordnete Daten, d.h. Erscheinungsdatum, Sprache, Land
physische Attribute, d.h. Art des Umschlags, Seitenanzahl, Buchgröße, Gewicht
inhaltliche Zusatzinformationen, d.h. geografische oder zeitliche Angaben zur Handlung, Schlagworte
Es ist Freitag. Feierabend. Kurz vor halb sechs. Auf dem Fernbahngleis fährt ein Sonderzug ein. Die Bremsen quietschen ohrenbetäubend bis der Zug in voller Länge am Bahngleis ruht. Mir fällt das Lied von Pankow ein, doch dieser soll nach Warnemünde an die Ostsee fahren.
Der kümmerliche Sommer meldet sich mit zaghaft steigenden Temperaturen zurück, so dass es für diejenigen, die ans Meer wollen, ein schönes Wochenende werden könnte. Auf dem Zug steht »Cruise Train Berlin«. An den Waggontüren sind weiße A4-Zettel mit seitenfüllenden Buchstaben angebracht. Von Wagen zu Wagen steigen sie in alphabetischer Reihenfolge von A bis G oder H an.
Im Wartehäuschen auf dem Bahnsteig sitzt ein junger Mann allein. In dem gläsernen Haus hockt er auf der harten Bank. Er fühlt sich unbeobachtet. Ich kann jedoch zwischen den in Brusthöhe aufgeklebten horizontalen Sichtschutzstreifen hindurch sehen. Das ist nicht schwer. Drei schmale Streifen können keine Privatsphäre spenden. Das ist auf einem Bahnsteig nicht nötig.
Nach vorn gebeugt zückt er ein Feuerzeug. Die Flamme will nicht zünden. Er versucht es noch einmal. Er hat das Ventil bis Anschlag aufgedreht und hält die große, rotgelbe Flamme unter ein Stück Alufolie. Sein Kopf senkt sich darüber und er atmet mit einer selbst gedrehten Zigarette den Dampf tief und ruhig ein. Sein Blick geht nur auf das Stück Alupapier. Das Schild mit dem Rauchverbot muss er übersehen haben.
Eine Reiseleiterin schwenkt zwei Zettel mit den Zahlen 14 und 15 über ihrem Kopf. Kurz darauf folgt eine bunte, aufregend schnatternde Truppe und sie steigen in den vorletzten Wagen des Zuges mit dem Buchstaben A ein. Die Sprachfetzen, die ich wahrnehmen konnte, hörten sich Englisch an.
Aber warum ein Sonderzug, ist irgendein besonderes Event in Warnemünde? Ich grübele, bis mir einfällt, dass im Sommer die Hanse Sail statt findet. Aber das kann nicht sein, denn die war schon am letzten Wochenende. Vielleicht sollen die Berliner und die Touristen einfach entspannt mit dem Zug zur Ostsee »cruisen«.
Die Automatiktüren des Wartehäuschens öffnen sich und ein älterer Mann nimmt mit seinem Rollkoffer auf der zweiten Sitzreihe Platz. Ich gehe noch einmal ein paar Schritte am Häuschen vorbei. Der andere Mann ist verschwunden. Mein Zug müßte nun jeden Moment einfahren.
Ein Floh saß alleine in Gütersloh,
Das machte ihn traurig, er war nicht froh.
Doch dann kamen Leute,
Für ihn fette Beute,
Er piekste vor Freude in jeden Po.
Ein Kofferwort setzt sich in der Regel aus zwei Wörtern zusammen. Dabei überlappen sich diese so, dass das Ende vom ersten Teilwort den Beginn des zweiten Teilwortes bildet. Ein einfaches Beispiel:
Sommerabend + Abendmahl = Sommerabendmahl
Sommerabendmahl ist ein reines Kofferwort, da beide Teilwörter vollständig enthalten sind. Es gibt jedoch auch unreine Kofferwörter, die so miteinander verschmolzen sind, dass von den Teilwörten nur Bruchstücke übrig geblieben sind. Sehr bekannt ist zum Beispiel das eingedeutschte Wort »Brunch« bestehend aus »Breakfast« und »Lunch«. Aus den vorhandenen Buchstaben von »Brunch« lassen sich nicht die ursprünglichen Wörter herleiten.
Johannisbeere + Stachelbeere = Jostabeere
Smoke + Fog = Smog
Es lebte ein Biber in Biberach,
Der nagte nachts Bäume und blieb lang wach.
Frau Biberin kochte!
Ob er sie noch mochte?
D’rum gab es am Morgen mal wieder Krach.
Beim Spazieren durch Berlin bin ich letztens auf einen Geldautomaten gestoßen, der eine ganz besondere Verkleidung hatte. Raffiniert, dachte ich, zückte mein Smartphone und fotografierte.
Der Geldautomat ist jederzeit von der Straße zugänglich und als ich später im Dunkeln daran vorbeikam, war die passende Beschriftung hell beleuchtet. Eine wirklich kreative Idee.
Hier kommt die Auflistung in alphabetischer Reihenfolge:
Asche
Cash
Kies
Knete
Kohle
Kröten
Mäuse
Moneten
Moos
Piepen
Pinke Pinke
Schotter
Tacken
Zaster
Anschließend habe ich mich gefragt, ob das womöglich alle Synonyme sind, oder ob es noch weitere Begriffe für »Geld« gibt? Fällt euch noch etwas ein?
Quapp, quapp,
Quapp – p – p,
Kauli komm, komm her,
Du kleine Kaulquappe,
Quapp, quapp,
Quapp – p – p,
Dein kugeliger Kopf,
Deine keuchenden Kiemen,
Quapp, quapp,
Quapp – p – p,
Kauli komm und koste,
Knabber und schluck,
Quapp, quapp,
Quapp – p – p,
Du kriegst Krallen,
Bald kannst du kriechen,
Quapp, quapp,
Quapp – p – p,
Kletter auf mein Knie,
Du Frosch oder Kröte?
Quaaak, quaaak.
Quapp.
Ein Musiker wollte nach Wacken,
Den Geist und den Körper entschlacken,
Das volle Programm,
Mit Bier und mit Schlamm,
Zum Schutz vor des Herzens Attacken.
Er findet bald ein lauschiges Plätzchen,
Zwischen Algen, Hechtkraut, Anemonen,
Hat sofort ein Auge geworfen –
Auf die Rose – will bei ihr wohnen.
Sie willigt ein, bietet ihm Schutz
Vor dem brennenden Sonnenschein,
Erfreut über diese willkommene Geste
Möcht‘ er ewig mit ihr zusammen sein.
Schmetterlinge kreisen durch die Lüfte,
Schwalben zwitschern es über dem Teich,
Der junge Fisch und die blühende Rose
Einander vernarrt und zugeneigt.
Gemeinsam verbringen sie Tag um Tag,
Von herrlichster Früh bis spätester Stund‘,
Sie lachen, sie leben, sie lieben sich,
Beschließen den trautesten, festen Bund.
David Damm, 2005
Das ist die sommerliche Fortsetzung des Gedichts vom Fisch und der Rose. Hier gehts zum ersten Teil, der den Frühling beschreibt.