Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

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Bücherkauf mit Gewinn

Seit einem halben Jahr lag ein Büchergutschein im Wert von 20 Euro in meinem Schrank und wartete darauf, eingelöst zu werden. Nach einer Stöberstunde auf mehreren Etagen im Buchladen hatte ich drei kleine Bücher gefunden, die den Wert bestmöglich ausschöpfen sollten.
Ich legte die Bücher auf den Tresen an der Kasse. Die Kassiererin scante eines nach dem anderen ein und nahm dann meine Plastikgeld-Gutscheinkarte. Zu meinem Erstaunen erhielt ich neben den drei Büchern noch Geld zurück. Sogar mehr als auf der Karte war, nämlich genau 21. Wie konnte das passieren? 🙂

Buchblog Award 2017

Ich habe mich mit meinem Blog »Silbenton« für den zum ersten Mal verliehenen Buchblog Award 2017 beworben. Mein Blog wurde auf die Longlist aufgenommen und steht dort mit 400 anderen Bücherblogs zur Abstimmung. Wenn dir »Silbenton« gefällt, dann würde ich mich freuen, wenn du hier für mich auf den »Daumen hoch« klickst. 😉

»Silbenton« kommt aus Berlin und bietet dir eine bibliophile Mischung aus Buchbesprechungen, Berichten von Veranstaltungen und Buchmessen sowie lyrischen und prosaischen Texten. Suchst du Anregungen zum Schreiben? Dann besuche das kreative Schreibcafé im Blog. Lass dich von Wortkreationen überraschen und lausche den naturnahen, romantischen, verrückten oder erheiternden Versen.

www.buchblog-award.de/news/portfolio/silbenton/

Russisches Terzett

Oktober 2007. Es sind erst wenige Wochen seit der Eröffnung des neuen, riesigen Einkaufszentrums ALEXA unweit des Alexanderplatzes vergangen. Am ersten Tag wurde das Haus so sehr von Schnäppchenjägern belagert und gestürmt, dass es gleich zu einem Sachschaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro kam. Schuld daran war ein Elektronik-Fachmarkt mit 8000 m² Fläche auf vier Etagen, der beispielsweise Drucker zu einem Preis von 30 Euro verschleuderte. Jedenfalls konnte man es dann eine Woche später, ohne erdrückt zu werden, wagen, das Gebäude zu betreten. Was soll ich sagen, es ist wie jedes andere Kaufhaus, zusammengewürfelt aus vielen kleinen und wenigen großen Geschäften. Aber genau jenes hat die Welt, oder sagen wir die Stadt, sicherlich gebraucht.

Lena Gorelik: Meine weißen Nächte

Mein Rundgang durch die verschiedenen Etagen fiel verdammt spärlich aus, obwohl ich auch nicht die Absicht hatte, irgendetwas zu kaufen. Immerhin wurde ich doch noch in einer Buchhandlung fündig. Riesige Kisten randgefüllt mit Mängelware an Büchern. Und ein einziges zu einem unschlagbaren Preis von 1,50 Euro (wenn sich die Anfahrt damit nicht schon gelohnt hatte) fiel mir nach ausgiebiger Suche in die Hände.

Der Umschlag mit einer bunten Reihe von Matroschkas am Rand und anderen Zeichnungen fiel mir auf. Und kam mir bekannt vor, als hätte ich dieses Buch schon einmal anderswo in der Hand gehabt: »Meine weißen Nächte«. Als Taschenbuchausgabe. Und als ich den Text auf der Rückseite las, war mir klar: das ist meins.

Lena Gorelik beschreibt in Episoden die Auswanderung ihrer Familie von St. Petersburg nach Deutschland. Immer wieder erfolgen Zeitsprünge vor und zurück und bringen dem Leser schrittweise das Erlebte und die Beweg- und Hintergründe der Familie nahe. Den roten Faden durch das Buch bildet die Beziehung zu ihrem Freund Jan, die aber auf eine harte Probe gestellt wird, als der russische Ex-Freund Ilja auftaucht. Gorelik schildert ihre Erzählungen mit einfacher Sprache, aber so glaubwürdig, dass es mir echte Freude bereitet hat. Ein kurzweiliger, unterhaltsamer Roman.

Michail Jelisarow: Die Nägel

Das obige Buch, die russische Geschichte, gefiel mir so sehr, dass ich mehr von solchen lesen wollte. Ich wußte auch noch, dass ich daheim einiges im Schrank haben müsste und fand von Michail Jelisarow: »Die Nägel«.

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Erdbeerkekse

Gepfefferte Erdbeerkekse
Schmecken dem fetten Esel besser,
Wenn der erste Schnee der Elfen
Zehn erlesene Erdbeeren bedeckt.

David Damm, 2017

Brandenburger Prärie

Schräg

Eine Schräge ist schräg,
Eine Gerade ist gerade,
Eine gerade Schräge ist schräg,
Aber eine schräge Gerade ist schief.

Schräg oder schief?
Was ist der Unterschied zwischen den Wörtern?
Gibt es überhaupt einen?

Frühling im Anflug

Der Tag beginnt noch einmal blau, ich höre die Wildgänse rufen. Zwischen den kahlen Ästen der Bäume kann ich sie nicht erspähen.

Mittags zeichnet sich eine kleine Wolke ab, ganz zart verwirbelt weht sie über den Himmel. Ein Schwarm Graugänse, jetzt ist mein Blick frei, zieht nach Osten. Die vordere V-Formation birgt zweihundert Tiere, die zweite etwa fünfzig. Ihre Schreie gellen über die Stadt. Tausende fliegen im Laufe des Tages über Berlin.

Nachmittags verdichten sich die Wolken. Die Sonne sucht sich ihren Weg und ergießt ihre Strahlen aus dem goldenen Schmelztiegel in die Zwischenräume.

Rasch wird es dunkel, das Restlicht ist um 6 verschwunden. Ich schwitze in meiner Winterjacke. Mütze, Schal und Handschuhe landen als überflüssiger Ballast im Rucksack. Es beginnt zu tröpfeln. Von den feuchten Straßen steigt ein Duft hinauf, genau so wie nach einem warmen Sommerregen. Es riecht nach Frühling.

16. Februar 2017

Leben im Nebel

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