Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Kategorie: Lyrik (Seite 1 von 24)

Die Himmelsleiter (Himmel über Berlin)

Die Leiter zum Himmel steig ich hinauf,
Erklimme sie Sprosse um Sprosse,
Allmählich verklingen die Rufe der Stadt,
Hier wo man Höhe und Weitblicke hat,
Erzitternd auf dem Dachgeschosse.

Es gurren die Tauben, die Möwe kreischt,
Und unten plätschert die Spree,
Zwei bronzene Spitzen zerteilen die Welt,
Ein Himmel, der fast auseinander fällt,
So wie ich am Abgrunde steh.

Die silberne Kugel dreht sich im Wind,
Ich kann sie ja fast schon berühren,
Gewagt ist der Sprung aufs Kinderkarussell,
Mein Herz pocht laut und rast irre schnell,
Lässt Freiheit und Leben mich spüren.

David Damm, 2020

Sommer am Meer

Wenn Stürme durch die Lande weh’n,
Und Herbste, Winter, Frühling geh’n,
Dann steh’n wir zwei am großen Meer,
Die Wellen gehen hin und her,
Die Sonne sinkt und leuchtet aus,
Ich halte einen Blumenstrauß
Und schenk‘ ihn dir bei Mitternacht,
Bezeugt von funkelnd‘ Sternenpracht.

David Damm, 2020

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Blumen

Blumen,
Leuchtende Farben,
Überall summen Bienen,
Tragen Pollen an Beinchen –
Erntezeit.

Nachtruhe.

Sonnenaufgang,
Tautropfen schimmern,
Aronstab, Ballonblume, Clematis,
Unzählige Rosen, Taglilien, Lichtnelken –
Blumen.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Tausend Tomaten

Tausend kleine Tomaten
Hängen in meinem Garten,
Ich kann es kaum erwarten,
Bis ich sie ernten kann.

Noch sind es grüne Bälle,
Doch bald geht es ganz schnelle,
Dass ich sie auf der Stelle
Mir einverleiben kann.

Bestimmt in ein paar Tagen,
Wenn sie sich Rot auftragen,
Dann werde ich es wagen,
Bis dahin bleib’n sie dran.

So muss ich mich noch zügeln,
Werd‘ graben in den Hügeln,
Die Gartenschürze bügeln,
Zieh‘ sie zur Ernte an.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Annas Farm

Anna macht‘ am Tag Spagat,
Harald sah das ganz als Spaß,
Danach aß man Blattsalat,
Manchmal gab’s dann Ananas.

Annas Lamm kam ganz rasant,
Harald nahm das Lamm an’s Band,
Das Alpaka sprang galant,
Was das Lama lahm gar fand,
Annas Gans saß da am Rand,
Fraß das Gras, was grad da stand.

Nachts ward’s kalt, das gab Alarm,
Anna lag an Haralds Arm.
Anna – das war Haralds Spatz,
Harald – das war Annas Schatz.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Die süße Versuchung

Fritzchen stand auf einer Leiter,
Spross‘ um Sprosse stieg er weiter,
Süße Früchte gab’s dort oben,
Hätt‘ sie gern in‘ Mund geschoben.

Als er nach den Kirschen langte,
Schrak er, weil die Leiter schwankte,
Zweimal hin und her – sie wippte,
Bis sie auf den Boden kippte.

Fritzchen hatte’s fast verpennt,
Griff im letzten Schreckmoment
Nach dem starken Kirschbaumast,
Dieser hielt die ganze Last.

Fritzchen fing nun an zu schwingen,
Doch es wollt‘ ihm nicht gelingen,
Zwischen Kirschen und den Blättern
Auf den Ast hinauf zu klettern.

Und so hing er schon ’ne Weile,
Ohne Rettungskletterseile,
Und sobald er dieses dachte,
Gab der Ast nach – und es krachte.

Fritzchen, der am Boden saß,
Griff nach links und rechts und aß,
Stopfte sich die Wangen voll
Bis der Saft aus diesen quoll.

Und nach vielen Schlemmerstunden
War’n die Kirschen ganz verschwunden,
Fritzchen schlief zufrieden ein
Mit ’nem dicken Bäuchelein.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Betthüpfer

Ich liege auf dem feuchten Rasen,
Da kribbelt’s mir in Ohr und Nasen,
Ich dreh‘ mich um und merke schnell,
Das ist ein selt’nes Sprungmodell.

Ein Tierchen sitzt auf einem Blatt
Und weil’s so lange Beinchen hat,
Springt’s gerne hoch und weit ins Ried
Und pfeift dabei ein schrilles Lied.

Ich rücke noch ein Stück heran,
Damit ich’s besser sehen kann:
Es trägt Antennen im Gesicht
Und unter’m Hals ein Blinkerlicht?

Da stimmt was nicht mit diesem Tier,
Denk‘ ich, die Augen reibend, mir:
Wenn Grillen Brillen am Kragen tragen,
Dann wird es Zeit gut‘ Nacht zu sagen.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Volle Punktzahl

Den ersten Punkt hast du für die Freude am Leben bekommen,
Den zweiten für das lodernde Feuer der Liebe in dir,
Den dritten erhieltst du für deine Gutmütigkeit,
Den vierten für das Glück, das du im Herzen trägst,
Den fünften bekamst du für die Kraft, die du anderen spendest,
Den sechsten für die Hoffnung, niemals aufzugeben,
Und den siebten und letzten für deinen täglichen Fleiß.

Nun sitzt du hier auf meiner Hand,
Krabbelst auf die Kuppe meines Zeigefingers
Und ich flüstere dir zu:
»Flieg, lieber Marienkäfer, flieg weit hinaus in die Welt.«
Schon schlägst du mit deinen Flügeln
Und entschwebst mit einem leisen Surren,
Um den Menschen deine Botschaft zu überbringen.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Die Ausgrabung

Es war einmal vor langer Zeit
In einem unbekannten Land,
Man grub mit Spaten tief und breit
Und schippte haufenweise Sand
Bis man dabei ein Schätzchen fand.

Dies‘ war nicht groß, nein, es war klein,
Experten waren sehr verwirrt,
Zu welchem Zwecke sollt‘ es sein?
Ein Ding, so quietschebunt lackiert,
Gefunden oft zu dritt, zu viert.

Man brachte es in eine Stadt
Und untersuchte ganz genau,
Warum’s ’nen hohlen Körper hat,
Das Mützchen rot, die Äuglein blau,
Doch wurde man daraus nicht schlau.

Nach hundert Jahren Forschungszeit
Erklärte man’s als Meisterwerk,
Und stellte sie schön aufgereiht
Auf einen flachen grünen Berg –
Seitdem nennt man sie Gartenzwerg.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.