Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Kategorie: Lyrik (Seite 1 von 20)

Seelenverwandt

Seelenverwandt
Ohne Mindestabstand,
Natürlichen Beistand gebend,
Nur schenkend, selten nehmend –
Erstrebend.

David Damm, 2022

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Herzensmenschen.

Weltall

Weltall –
Ein Abenteurer
Im silbernen Raumanzug
Treibt schwerelos über winziger
Erdkugel.

David Damm, 2022

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Erde.

Zeuthen

Zwei Sterneköche aus Zeuthen,
War’n schrecklich gefürchtet bei Leuten,
Es tropfte von Händen
Blutrot von dem Wenden
Und Dreh’n der Tomaten beim Häuten.

David Damm, 2022

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Tränen

Tränen
Rinnen, fallen
Auf trockenen Sandboden
Und versickern unverzüglich im
Mikrokosmos.

David Damm, 2022

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Erinnerungen.

Sonntags

Die Bienen summen durch Wiesen und Klee.
Die Rehe äsen an der Havelchaussee.
Die Hasen hoppeln auf der Jägerallee.
Die Vögel trällern eine Liedchenidee.
Die Hummeln brummen auf ihrer Blüten-Tournee.
Die Eichhörnchen springen durch Wipfel, juchee.
Die Rotfüchse trotten durchs Kudamm-Karree.
Die Wildschweine schwimmen im Teufelssee.
Zusammengefasst als kurzes Resümee:
Nur Menschen verdummen vor dem PC.

David Damm, 2022

Blüten

Blüten
Lächeln sanft,
Auch im Sommerregen,
Tragen sonnengelb ganz verwegen,
Tagträumend.

David Damm, 2022

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Blüten.

Unter Tage

Ein Bergmann schiebt mit Muskelkraft
Seine Lore tief in den Stollen hinein,
Auf krummen Schienen poltert der Wagen
In ein Loch aus Dunkelheit und Stein.

Den Weg schon tausendfach gegangen,
Geschloss’nen Auges durch die Finsternis,
Doch flackert in seinem Innern müdes Verlangen,
Wonach, ist verborgen und ungewiss.

Der Bergmann verschmilzt mit Höhle und Mantel,
Von Felsen zerschlissen, notdürftig geflickt,
Sodann hält er an, sieht sich seltsam um,
Kohlrabenschwarz, wohin er auch blickt.

Seine Hände wandern in weite Taschen,
Zu Tage fördern sie Streichholz, Nachtkerze,
Ein Funke blitzt durch das dunkelste Dunkel,
Seitdem führt ihn das Licht durch die Schachtschwärze.

David Damm, 2022

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff „Nachtkerze“ verfasst.

Das Ritual

Wenn ich am Morgen müd erwache,
Mach ich erst immer eine Sache,
Denn nur, wenn ich sie nett begrüße,
Gehorchen meine beiden Füße.

Welch Lasten müssen sie ertragen,
Besonders an den langen Tagen,
Von engen Schuhen platte Füße,
Was ich mit mancher Blase büße.

Doch wenn der Abend nun anbricht,
Sitz ich im warmen Schummerlicht,
Und dicht bei mir sitzt meine Süße,
Massiert und knetet mir die Füße.

David Damm, 2022

Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit.
Die 7. Aufgabe lautete: »Schreibe über jemandes Füße.« Ich habe die Aufgabe leicht abgewandelt und über meine Füße geschrieben.

Allergie

Allergie,
Ursache unbekannt,
Großes Schnupftuch durchtränkt,
Erlen-, Birken-, Haselpollenstaub, hatschi,
Nathalie.

David Damm, 2022

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Heuschnupfen.

Frühlingszauber

Ach, ich wund’re mich und staune,
Blumen blühen ringsum wieder,
Schenken jedem gute Laune.

Zweige, die sich sachte wiegen,
Nachtigall schlägt frohe Lieder,
Endlich auf der Wiese liegen.

Sattgrün lugt’s aus allen Ritzen,
Meine Sorgen leg ich nieder,
Ewig könnt ich bei dir sitzen.

Spendest mir ein bisschen Schatten,
Sonnencreme ist mir zu bieder,
Weil wir Sonne lang‘ nicht hatten.

Süßer Duft weht mir ums Näschen,
Vöglein glätten ihr Gefieder,
Trinken will ich, nur ein Gläschen.

Weiß, pink, lila sind die Farben,
Üppig hängend an dem Flieder,
All das lässt mich wundern, staunen
Und mich trunken Freude haben.

David Damm, 2022

Frühlingsflieder

Erster März

Der erste März erfreut mein Herz,
Der Frühling ist erschienen,
Die Vöglein singen Quint und Terz,
Die Sonne klettert himmelwärts,
Im Krokus summen Bienen.

David Damm, 2022

Noch schnell ein verspätetes Märzgedicht, der Frühling ist in vollem Gange und in wenigen Tagen tanzen wir schon in den Mai.

Rapunzel

Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!
Ach Liebster, mein Liebster, ich färb’s erst noch bunter.
Das Haar will ich schneiden, doch nur an den Spitzen,
Das geht ganz schnell vor dem Spiegel im Sitzen.

Dann muss ich sie gründlich mit Warmwasser spülen,
Schon bald wirst du es selber erfühlen,
Wie kuschelweich mein Haar dadurch wird,
Wie Sonnenlicht durch die Strähnchen flirrt.

Dann nehm‘ ich die Bürste und werde sie kämmen
Und pudern, um Läuse einzudämmen.
Ich trockne die Haare mit dem Heißluftfön,
Mein Liebster, für dich nur mach‘ ich mich schön.

Mein Pony muss schließlich geglättet werden,
Damit ich die Schönste werde auf Erden,
Ist dieser Schritt endlich auch getan,
Fang ich schon mit dem Flechten an.

Doch weil’s, wie du weißt, einige Meter sind,
Gedulde dich kurz, ich mache geschwind,
Zu guter Letzt werde ich’s parfümieren
Und etwas Pomade zum Halt hinein schmieren.

Nach einigen Tagen, das ist jedem klar,
War Rapunzel fertig mit ihrem Haar.
Ein kurzer Blick in den Spiegel und dann
Trat sie überglücklich ans Fenster heran:

Mein Liebster, ich lasse das Haar rasch herunter,
Doch jener schlief fest unterm Busch des Holunder.

David Damm, 2022

Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit.
Die 6. Aufgabe lautete: »Schreibe über dein Haar.« Ich habe die Aufgabe minimal abgewandelt und über jemandes anderen Haare geschrieben.

Bauernregel

Wenn die Hähne nicht mehr krähen,
Wird ein Sturm den Stall fort wehen.

David Damm, 2022

Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit.
Die 5. Aufgabe lautete: »Denk dir eine Bauernregel aus.«

Aussichtslos?

Ein Mensch geht durch ein kluges Land,
Sieht Städte sich mehren wie Körner im Sand,
Und bald schon steht er auf einem Gipfel,
Ein eisiger Wind weht durch die Wipfel,
Die Aussicht ist bombig, doch gibt’s eine Tücke:
Zu Füßen klafft eine riesige Lücke.

Der Regen peitscht auf, durchdringt seine Sachen,
Der Rückweg versperrt durch Bäume, die krachen,
Die Wolken verdunkeln, gleich kommt ein Gewitter,
Steht er dann noch oben, so trifft es ihn bitter,
Am Abgrund wird’s laut, sein Blick wird trüber,
Wer hilft dem Gesell‘     schaf(f)t er es hinüber?

David Damm, 2022

Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit.
Die 4. Aufgabe lautete: »Schreibe ein Gedicht mit einem Bruch in der Mitte.«

Mitternacht

Grummeln dringt durchs Tor,
Elfen schweben zum See,
Irrlichter sind auch dabei,
Sie tranken vom Cognac,
Torkelnd und stolpernd, o weh.

David Damm, 2022

Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit.
Die 3. Aufgabe lautete: »Schreibe ein Akrostichon.«

Rosen sind rot

Rosen sind rot,
Veilchen sind blau,
Die ersten sind dornig
Und machen dir Au.

David Damm, 2022

Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit.
Die 2. Aufgabe lautete: »Schreibe eine eigene vierzeilige Version von „Rosen sind rot, Veilchen sind blau…“«

Komisch

Komisch:
Ohne Geld
Häuft sich im
Leben meist Wertvolleres an –
Erlebnisse.

David Damm, 2022

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Geld.