Ziwitt, zschhhh, zschhhh, Pfeilschnell zischt sie vorbei, Ums Dachgeschoss, durchs Gebüsch, Die Böschung hinunter und rauf, Eine weitere Runde um den Dorfteich, Märkischer Sand stobt auf, Tsink, tsink, tsink, ziwitt, Jugendliche hocken in der Bushaltestelle, Es wird geknerbelt, gezwitschert, zinzeliert, Wit, wit, ziwitt, ziwitt, Durchdringendes Geschrei, Doch eine Schwalbe allein macht Weder ein Wettrennen noch den Sommer.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Schwalbe« verfasst.
Die Flammen lodern zu den Sternen, Das Holz, das knistert, kracht und zischt. Ich kann mich nicht von dir entfernen. Die Flammern lodern zu den Sternen, Sie wollen mir das Träumen lernen, Zu lieben, was bei Tag erlischt. Die Flammen lodern zu den Sternen, Das Holz, das knistert, kracht und zischt.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Lagerfeuer« verfasst.
Caipirinha, ein kleines Bauernmädchen, Offenbarte ihr bestes Geheimnis: sie nahm Cachaça, brasilianisches Feuerwasser, Kaltes Eis, zerstoßen, ganz wundersam Taumelnde Kristalle von braunem Rohrzucker, Auf später im Mundwinkel zuckende Limetten, In ein durchsichtiges Glas mit Strohhalm – heute Lieblingsgetränk im Sommer in Städten.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Cocktail« verfasst.
Ich quälte mich seit vielen Tagen Mit merkwürdigen Sinnesfragen, Wieso, weshalb, warum ist’s so, Macht Klugheit dumm und Dummheit froh?
Nach ewig langen Grübeleien Konnt‘ ich mich von der Qual befreien, Denn als ich in den Spiegel sah, Entdeckte ich ein Tier im Haar.
Erst unterm Rastermikroskop Sah ich, wie’s seine Mütze hob: Es war ein klitzekleiner Floh Mit einem Hut aus blondem Stroh.
Fortan werd‘ ich auch Hüte tragen, Dann wird mich nie mehr Juckreiz plagen, Denn dieser Floh hat’s schlau erkannt, Ein Hut schützt vor dem Sonnenbrand.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Strohhut« verfasst.
Ich sitze still am feinen weißen Strand, Die Wellen kitzeln meine blassen Zehen, Zwei Möwen landen neben mir im Sand, Der Wind lässt ihr Geschrei im Nu verwehen.
Das Meer rauscht leise und mit salz’gem Duft, Drei weiße Wölkchen ziehen rasch nach Norden, Nur eine löst sich auf in heißer Luft, Inzwischen ist es abendlich geworden.
Die Kleckerburgen steh’n verlassen da, Die Gräben werden von der Flut verwaschen, Die Sonne ist dem Horizont so nah, Und ich pack meine Badeausflugtaschen.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Kleckerburg« verfasst.
Als Kind lernte ich schwimmen In einem Brandenburger See, Mitten im Wald gelegen, Mit grobem Kies am Strand. Die orangefarbenen Schwimmflügel Wurden so fest aufgepustet Wie beim Messen des Blutdrucks Und über die dünnen Ärmchen gestülpt. Ich fuchtelte mit Armen und Beinen Auf dem Bauch liegend im Wasser Und schluckte jede Menge davon. Eine starke Hand unter dem Bauch stützte Und hielt mich über der Wasseroberfläche. Es dauerte eine ganze Weile Bis die Bewegungen nicht mehr hastig, Sondern koordiniert und ruhig wurden. Die Eltern saßen auf dem Badehandtuch, Sahen zu, wie ich bald alleine übte, Ganz vorne im flachen Wasser Und über den Seegrund robbte. Stolz wie Bolle kam ich heraus, Mit blauen, zitternden Lippen Und rotem, zerkratztem Bauch.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Schwimmflügel« verfasst.
Mein Kumpel namens Matze Trägt unterm Käppi Glatze, Sein allerliebster Schatze Ist seine Schmusekatze. Am Poolrand sitzt ein Spatze Und zwitschert ein Geschwatze, Im Rasen ruht der Matze Auf seiner Luftmatratze. Er schnarcht, macht ratze ratze, Da langweilt sich die Katze, Nimmt ihr scharfe Tatze, Und los gehts mit Gekratze. Mit einem festen Satze, Erwacht der müde Matze, Denn seine Luftmatratze Tat plötzlich laut zerplatzzzzze.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Luftmatratze« verfasst.
Manche Menschen brauchen viel: Sonnenstrahlen, Wärme und Hitze. Mit jedem Grad, das empor klettert, Steigen deren Laune, Lust und Lebendigkeit. Ab fünfunddreißig Grad Außentemperatur Fühlen sie sich pudelwohl Und zeigen ihre schlanke Badefigur.
Andere Menschen brauchen viel: Schatten, Frischluft und Kühle. Mit jedem Grad, das empor klettert, Nimmt deren Befinden und Bewegungsdrang ab. Ab fünfundzwanzig Grad Außentemperatur Fühlen sie sich hundeelend Und verstecken ihre verschwitzte Frisur.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Hundstage« verfasst.
Wie einst Tom Sawyer und Huckleberry Finn Schippern wir auf dem Wasser der Havel dahin. Am Wannsee schlagen die Wellen ans Floß, Wir fürchten sie nicht, unser Mut ist so groß.
Wir spähen durchs Fernrohr zum Strandbad hinüber, Dort gibt’s einen Schatz, unser Blut kocht vor Fieber. Die Leute liegen wie Krebse am Strand, Wir ankern und warten, geh’n erst nachts an Land.
Der Mond steht hoch und ist uns Laterne, Wie Eisdiamanten funkeln die Sterne. Die knittrige Karte weist uns den Weg, Wir graben mit Spaten und Schaufel am Steg.
Schon bald stoßen wir auf ein hölzernes Gut, Wir bergen die Truhe, brechen auf mit der Flut. An Deck knacken wir mit dem Anker das Schloss: Rost’ge Münzen, ein Seil und ein Wurfgeschoss.
Wir treiben flussabwärts noch tagelang, Tauchen ein in die Wildnis mit Vogelgesang. Der Fluss wird schmäler und windet sich bald, Wir erzittern beim Heulen der Wölfe im Wald.
Entsetzt stellen wir eines Morgens fest, Das Floß ist verfangen in Schling und Geäst. Ein Seerosenteppich umschließt uns ganz, Bis zum rettenden Ufer zwanzig Meter Distanz.
Wir binden den Haken an das Ende vom Seil, Und schleudern ihn kräftig wie einen Pfeil. Im siebten Wurf haben wir endlich Glück, Er wickelt sich fest und kommt nicht mehr zurück.
Mit all uns’rer Kraft zieh’n wir an einem Strang, Wir müssen uns sputen, der Ast hält nicht lang. Wir zählen gemeinsam hinauf bis zur Drei, Ein kräftiger Ruck und das Floß ist frei.
Wir stimmen vor Freude ein Seeliedchen an, Und danken dem klugen Steuermann. Das Schiffchen schaukelt wie auf hoher See, Beim nächsten Mal fahren wir auf der Spree.
Mit Reichtum beschenkt, auch wenn ohne Gold, Ist jedes Erlebnis des Entdeckers Sold: Die Schatzkiste gefüllt mit Abenteuern Von gierigen Schlangen und Seeungeheuern.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Abenteuer« verfasst.
Die Rosen sind ganz ausgebufft, Verströmen Himbeerbrausenduft. Schneeweiß die Erdbeerpflanzen blüh’n, Die ersten Früchte sind noch grün. Doch nicht mehr lange, Denn es ist Sommer – Es ist endlich Sommer.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Himbeerbrause« verfasst.
Nachdem es im letzten Jahr so viel Spaß gemacht hat und einige von euch auch mitgemacht haben (das hat mich besonders gefreut 🙂 ), starte ich dieses Jahr mit einer neuen Gedichte-Mitmachaktion zum Thema »Sommer«. Denn wie lange warten wir dieses Jahr schon darauf, dass es endlich wärmer wird, wir wieder häufiger raus an die frische Luft können, ohne uns nasse Füße oder einen Schnupfen zu holen? Na klar, viel zu lange. Denn der Mai mauserte sich zum neuen April und bescherte uns in Berlin viele Wolken, Regen, Hagel und sogar Schneeschauer. Sonnenschein oft Fehlanzeige. Umso schöner ist es, dass nach dem Mai der Juni kommt, der Wetterbericht sonnige Tage verspricht, auch die Inzidenzzahlen fallen, man ab Freitag sogar ohne einen aktuellen Corona-Test oder Impfnachweis unter freiem Himmel im Biergarten sitzen darf. Man darf sich in größeren Gruppen treffen und sogar die Urlaubsorte öffnen ihre Pforten. Das ist doch was, oder? Wer sich dadurch genauso motiviert und inspiriert fühlt wie ich, der möge auf jeden Fall mitmachen und einen Monat lang jeden Tag ein Gedicht schreiben.