Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: berlin (Page 1 of 8)

Berlin

Die Großmutter fuhr nach Berlin,
Um dort um die Häuser zu zieh’n.
Nun läuft jede Stund‘
Das Telefon rund,
Denn Opa friert vor dem Kamin.

David Damm, 2016

Wolkenraumschiff

Wolkenraumschiff über Berlin

Gestern am frühen Abend hatte es über Berlin Regen und Gewitter gegeben, was sich schon zur Mittagszeit mit seltsam bedrohlichen Wolkenformationen andeutete. Ich war unterwegs, sah in den Himmel und dachte zunächst: wie schön, ein Regenbogen. Mich wunderte nur, dass der so blass war und die Sonne auch gar nicht in meinem Rücken stand. Ich sah genauer hin und stellte fest, dass es sich um einen Ring handelte, der eine Wolke fest umschloss. Und siehe da, links davon, etwas schwächer, gab es weitere Ringe. Faszinierend! Ich schoss ein Beweisfoto und betrachtete das Schauspiel noch einen Augenblick. Meine Phantasie wurde beflügelt und suggerierte mir bald darauf ein schwebendes Raumschiff über Berlin. Das Raumschiff Enterprise!

Möglicherweise handelt es sich hierbei um das Wetterphänomen der Lenticularis-Wolken (Linsen-Wolken). Was mich jedoch irritiert: eine Internetsuche brachte hervor, dass diese in der Nähe von Bergen oder Gebirgen entstehen. Weiß jemand mehr dazu?

Schicke Stricksitze

Die letzten Tage ist es nochmal richtig kalt geworden. Tagsüber um 0 Grad, nachts teilweise -10. Wenn es dann etwas Schnee in Berlin gegeben hätte, hätte es doch noch ein Winter werden können. Stattdessen freuen wir uns schon seit Anfang Januar über blühende Kirschbäume, klingende Schneeglöckchen und leuchtende Winterlinge. Inzwischen stecken die Krokusse ihre farbigen Köpfe hervor und von den Tulpen gucken schon die Spitzen aus der Erde. Zu alledem gab es mehrere Tage hintereinander Sonnenschein, wahrlich eine Freude, aber damit einhergehend auch klare klirrende Nächte.

Wie schön wäre es da, beim Warten auf den Bus, weil der wieder zu spät kommt, auf den Haltestellensitzen im Sonnenschein warten zu können. Bloß sind die so arschkalt, dass man sich beim Setzen sofort den Hintern abfriert. Doch in Steglitz hat sich jemand eine elegante Lösung für dieses Problem überlegt und sofort in die Tat umgesetzt: Stricküberzieher für verschiedene Haltestellensitze der BVG. Und damit ein bisschen mehr Farbe zum monotonen Himmelblau und eintönigen Gelb der Busse hinzu kommt, gibt es die dort sogar in Rot, Dunkelblau und Grau. Grau als Erinnerung an die grauen Wintertage. 😉

Tiergarten

Es saßen zwei Bayern im Tiergarten,
Studierten dort sämtliche Bierarten,
Die süßen und herben,
Die sanften und derben,
Bis sie in dem Krug alle vier paarten.

David Damm, 2017

Regenbogen in Berlin

Sonnenlicht und Regenschauer
Trafen sich vor grauer Wand,
Doch war’s nur von kurzer Dauer,
Dass ein Regenbogen stand.

David Damm, 2017

Mitte

Es stritten Beamte in Mitte,
Ob dies eine würdige Sitte,
Die Wippe zur Einheit,
Das schwor’n sie bei Meineid,
Es war Erichs letzteste Bitte.

David Damm, 2017

Der junge Stieglitz

Abends wander‘ ich durch Steglitz,
Von der Arbeit mausetot,
Und da sitzt am Weg ein Stieglitz
Frisch betupft mit Gelb und Rot.

Helle Freude wiegt sein Antlitz,
Eifrig pickt er Krumen Brot, –
Doch dann flieht er wie ein Potzblitz,
Weil er glaubt, er wird bedroht.

Fort entschwunden durch den Zaunschlitz,
Fliegt er weit in seiner Not,
Und so tönt das Lied des Stieglitz
Durch das müde Abendrot.

David Damm, 2017

Amsels Abendgesang

Hoch oben
Auf einem dünnen wiegenden Aste
Saß die Amsel, tiefschwarz,
Und sang in den blauen Wind.
Aus voller Kehle erzählte sie –
Dem rauschenden Wasserfall,
Dem donnernden Flugzeug,
Der surrenden Seilbahn,
Den ruhenden Spaziergängern –
Von ihrem blumigen Tag.

David Damm, 2017

Englischer Garten mit Tulpen auf der IGA (Gärten der Welt)

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