Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Menü Schließen

Schlagwort: essen (Seite 1 von 2)

Das rote Pferd

Was macht das Pferd im Herd, wo es nicht hin gehört?
Es hat den Nachbarn, ständig wiehernd, nur gestört,
Da hat er es gepackt und knusprig braun gebackt,
Damit das Pferd ihm ein, zwei Mahlzeiten beschert.

David Damm, 2019

Drosophilatelist

Am Abend sitzt er wie gewöhnlich
Am reich gedeckten Küchentisch,
Er speist am liebsten saft’ges Obst,
Das gibt es jeden Tag ganz frisch.

Auf bunten Tellern angerichtet:
Geschnitt’ne Birnen, schon entkernt,
Fein filetierte Saftorangen,
Von Äpfeln Schale dünn entfernt.

Den süßlichen Gerüchen folgend
Setzt sich ’ne Fliege auf ein Stück,
Das Sammlerherz des alten Mannes
Hüpft jauchzend innerlich vor Glück.

Mit tausendfach erprobter Geste
Fängt er sie an den Flügeln ein,
Greift mit der and’ren Hand in’s Schubfach,
Dort muss die große Lupe sein.

Die Fliege nutzt den Suchmoment,
Entwischt, schwirrt fröhlich durch den Raum,
Und setzt sich frech, wie Fliegen sind,
Auf seinen Nasenspitzensaum.

Der Alte schielt, verdreht die Augen,
Ihm kitzelt’s, dass er niesen muss,
Die Fliege fliegt mit Pirouetten
Ins Licht hinfort und dann ist Schluss.

Ein leises Zischen, Rauch steigt auf,
Die Kerzenflamme, welch ein Fluch,
Der Mann enttäuscht, ach, so ein Pech,
Kein neues Sammlerstück für’s Buch.

David Damm, 2019

Die Essensfrage

Was darf ich essen, wenn die Wurst einfach nur noch Käse ist, der Käse aber ist mir völlig wurst?

Was ist die Essenz des Essens?

David Damm, 2018

Essen

Es fuhren drei Banker nach Essen,
Um maßlos zu saufen und fressen,
Doch in ihren Taschen
Kein Geld zu erhaschen,
Sie hatten die Börse vergessen.

David Damm, 2017

Essig

Am liebsten ess‘ ich abends ganz lässig Sülze in Essig,
D
enn dann vergess‘ ich wie stressig mein Tag war.

David Damm, 2017

Brück

Ein Reisender reiste nach Brück,
Sein Zug, der war pünktlich, zum Glück,
Er wollte dort speisen,
Gleich neben den Gleisen,
Doch gab’s nicht mal ein Kuchenstück.

David Damm, 2017

Was alles durch geht

Vater geht durch die Straßen.
Arbeit geht durch die Hände.
Wasser geht durch die Rohre.
Mutter geht durch die Küche.
Liebe geht durch den Magen.

David Damm, 2016

Das Apfelbäumchen

Sieh, das kleine schmale Stämmchen,
Das auf grüner Wiese steht,
Wie der Wind mit seinem Kämmchen
Durch das Laub ganz zärtlich geht.

Riech, wie fein sich diese Früchtchen
Mit Verlockung parfümiert,
Und noch süßer ihre Düftchen,
Wenn die Äpfelchen kandiert.

Horch, das Rascheln in den Blättchen,
Säuseln, Brausen wie am Meer,
Bunt gefärbt geh’n sie zu Bettchen,
Bis die Zweige kahl und leer.

Pflück die glühend‘ Apfelbäckchen,
Strahlend rot vom Sonnenschein,
Husch, hol schnell ein großes Säckchen,
Sammle alle Äpfel ein.

Koste von den reifen Stückchen,
Mhhh, wie gut der Kuchen schmeckt,
Zimt und Zucker und ein Schlückchen
Apfelwein und Apfelsekt.

David Damm, 2016

Apfelbäumchen

© 2019 Silbenton. Alle Rechte vorbehalten.

Thema von Anders Norén.