Silbenton

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Schlagwort: licht

Autofahren im Advent

Wenn du an der Ampel stehst
Und das  grüne Lichtlein  brennt,
Klingen hinter dir die Hupen,
Denn du hast den Start verpennt.

Wenn du eine Kreuzung siehst
Und das  gelbe Lichtlein  strahlt,
Musst du dich ganz schnell entscheiden:
Bremse oder Gaspedal.

Wenn du eine Kreuzung querst
Und das  rote Lichtlein  glüht,
Wirst du einen Wunschbrief kriegen,
Mit der Rechnung, die dir blüht.

Wenn du an die Ampel fährst
Und das  gelbe Lichtlein  blinkt,
Gibt’s vielleicht ’ne Überraschung,
Achte Vorfahrt! Unbedingt!

David Damm, 2018

Potsdam – Unterwegs im Licht

Als ich gestern Nachmittag mit der S-Bahn von Berlin nach Potsdam fuhr, brach urplötzlich die Wolkendecke auf und ließ beide Städte für einen kurzen Moment unter blauem Himmel im Sonnenlicht erstrahlen. Vom Potsdamer Hauptbahnhof über die Lange Brücke gehend, sah ich die erhabene, kupferne Kuppel der Nikolaikirche. Da es bis zum Abendlicht noch ein gutes Stündchen dauern würde, wollte ich mir Potsdam zum ersten Mal von dort oben anschauen.

Zunächst hieß es, auf den Einlass zum Aufstieg zu warten, da maximal vierzig Personen gleichzeitig auf die Kuppel gelassen werden. Anschließend musste ich ein Ticket für fünf Euro am Automaten auf der Empore ziehen und noch einmal warten, bis das Drehkreuz in regelmäßigen Abständen den Weg zum Aufstieg frei gibt. Neben der Tür hängt dafür eigens ein Monitor mit einem rückwärts zählendem Countdown.
Die Wartezeit ließ sich sinnvoll überbrücken, indem ich den Chorklängen im Kirchenraum von oben herab lauschte. Für das deutsch-französische Chorkonzert am Abend wurde die Aufstellung geprobt und der letzte Feinschliff vom Chorleiter  vorgenommen. Die Wände hinter dem Altar und der Orgel wurden in pink beleuchtet.

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Kerzenlicht

Dein zerknittertes Herz

Dein zerknittertes Herz,
Ein Haufen Schutt und Asche,
Doch du entfaltest dein Lächeln
Und lässt die Sorgen frei.

David Damm, 2017

Erwachen einer Stadt

Die Müdigkeit auf Straßen fällt,
Der seichte Nebel fort entschwebt,
Kaum Tageslicht die Stadt erhellt,
Der Bahnhof leer und unbelebt.

Die Straßen ewig lang und breit,
Die Ampeln geh’n mit Taktgefühl,
Sie schlagen schneller mit der Zeit,
Als hätten sie ein Reiseziel.

Drei hagere Gestalten steh’n
Im Schein des fahlen Neonlichts,
Die Pflicht zur Arbeit hinzugeh’n –
Ein Zug kommt jeden Augenblick.

Die dicken Straßentauben gurr’n,
Laut aufgeschreckt durch Polterei,
Von Rädern, die durch’s Gleisbett surr’n
Und quietschend Halten auf Gleis Zwei.

Ein Morgen voller Tatendrang,
Ein Tag, noch ungewiss und grau,
Doch taufrisch fängt die Sonne an
Und färbt die Kuppel himmelblau.

David Damm, 2016

Sonnenschein

Guten Morgen, strahlender Sonnenschein,
Bringst klares Licht in mein Leben hinein,
Errettest mich aus dem Dunkel der Nacht,
Bist der Stern am Himmel, der zu mir lacht.

David Damm, 2007

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Thema von Anders Norén.