Silbenton

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Schlagwort: sommer (Seite 2 von 2)

Sommergruß

Aus Wolken fällt ein Regenguss,
Er treibt die Pflanzen an,
Der Bach erwächst zu einem Fluss –
Es blüht, wo ich nur schauen kann.

David Damm, 2016

Gute Reise

Im Schatten einer Eiche,
Auf grün bemoostem Grund,
Erwacht ein Steinpilz leise,
Faustgroß bekappt und rund.
Der Sonne Strahlen leuchten,
Beflecken Wald und Flur,
Auf wilden Wiesen scheuchen
Die Störche die Natur.

Der Silberlinde Früchte,
Beflügelt durch den Wind,
Die Storchenkinder flügge,
Der Abschied naht geschwind.
Hoch über gold’nen Ähren,
Bekreisen sie das Feld,
Bis südlich über Meere,
Fort in die weite Welt.

David Damm, 2015

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Plagegeister

von David Damm

An einem schwülen Sommertag
Will Kalle raus ins Umland fahr‘n
An einen klaren, kühlen See.
Drum lädt er Kind und Kegel ein,
Verstaut auf seinem Dach nen Kahn
Und fährt vergnügt auf die Chaussee.

Die Kinder sind ganz zappelig,
Schrein laut: »Wann sind wir endlich da?«,
Doch Kalle ignoriert das Spiel.
Sybille quatscht ins Telefon,
Und klatscht und tratscht mit Omama,
Indes erreichen sie das Ziel.

Noch fünfzig Meter durch den Wald,
Schleppt Kalle das Gepäck samt Boot
Und ruht sich aus im heißen Sand.
Die Kinder flitzen kreuz und quer,
Sybille sonnt sich puterrot
Auf ihrem Deckenplatz am Strand.

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Herbstball

Meine Finger wohl geformt,
Rund zu einer hohlen Hand,
Fällt das Licht verspielt in Wellen,
Kitzelt leicht, fast unerkannt.

Und ein Wind geht durch die Gräser,
Knistert Laub, zerzaust mein Haar,
Blätter tanzen endlos Walzer,
Lichtfonie ganz sonderbar.

Und die Sonnenstrahlen bündeln,
Fangen sich auf meiner Haut,
Herbstball spendet letzte Wärme,
Sommers Abschied winzig laut.

Sommerregen

Senkrecht liege ich im Sofa
Starre in die grauen Waben
Weit geöffnet nur ein Fenster
Schwüle Luft steht still erhaben.

Regen klopft an jede Scheibe
Rauscht von rechts nach links hinab
Monoton betört er leise
Und tropft taub tiptap tiptap.

Dann und wann ein Blitzgewitter
Donner grollt mit Echohall
Stürzt von Wand zu Wand erschütternd
Blitz und Donner werden Knall.

Senkrecht liege ich im Sofa
Arme schließen mich fest ein
Meine Sinne werden schwächer
Ruhen sanft und schlafen ein.

Philipp und der grüne Ball

Philipp fegte den Strand entlang und wirbelte hinter sich eine kleine Staubwolke auf. Lachend und schallend spielte er mit seinem grünen Ball, den ihm sein Vater geschenkt hatte. Es war ein wundervoller Sonntag am Meer. Die Sonne schien so warm auf die Haut, dass es zu Kribbeln begann. Der Himmel strahlte so blau wie das Lieblingseis von Philipp. Er liebte es so sehr, dass er jeden Abend freiwillig um Acht zu Bett gehen würde, wenn er zuvor eine große Kugel Schlumpfeis bekäme.

Philipp tobte am Wasser hin und her und schoss seinen grünen Ball mit aller Kraft in den blauen Himmel. Im hohen Bogen flog der Ball davon, als handelte es sich um einen Vogel. Philipp sah ihm erstaunt nach. Und rannte hinterher. Da geriet er ins Wanken, stolperte über eine Sandburg und fiel der Länge lang zu Boden.

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Thema von Anders Norén.