Ich saß auf einem Bretterding, Ich glaub‘, es war… Ein Tisch? – Nein. Ein Brennholzhaufen? – Nein. Ein Klappstuhl? – Nein. Eine Bank? – Nein. Eine Holzleiter? – Nein. Ein Steg? – Nein. Ein Hocker? – … Jetzt fällt’s mir wieder ein: Ich saß auf einem Bretterding Und neben mir ein Schmetterling.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
In meinem Garten wohnt ’ne Maus, Sie hat dort irgendwo ein Haus, Der Eingang liegt so gut versteckt, Dass ich ihn bisher nicht entdeckt, Ich suchte wirklich überall, Im Gras, im Heu, im Pferdestall.
Wer fragt, woher ich wissen kann, Dass sie dort lebt, dem sag‘ ich dann, Ich sah sie oft auf ihren Runden Am Himmel flattern und erkunden, Doch brach die dunkle Nacht herein, Muss sie im Schwarz verschwunden sein.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Im Morgenrot die Vögel zwitschern, Auf Blütenblättern Tröpfchen glitzern, Am Pflaum’baum grüne Früchte hängen, Die möchte ich zur Reife drängen, Ich wünscht‘, sie wär’n längst violett, Weil ich sie gern gegessen hätt‘.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Letztes Jahr kam mir die Idee, dass es neben all den kreativen Challenges zum Schreiben und Zeichnen unbedingt eine für Gedichte geben sollte. Gedichte sind mein Steckenpferd und die Aktion soll mir (und wenn ihr wollt, auch euch) einen kleinen kreativen Impuls geben.
Einen Monat lang jeden Tag ein Gedicht schreiben. 30 Tage = 30 Gedichte
Für den Oktober gibt es den Inktober, für den November den NaNoWriMo, aber was ist mit dem Sommer? Eine Zeit, in der man jeden Tag draußen ist, sich mit Freunden trifft oder etwas unternimmt, neue Menschen und Länder kennen lernt. Da bleibt für tägliches Schreiben wenig Zeit, mag man einwenden, aber das ist ja das Schöne an Gedichten, dass sie nicht episch lang sein müssen. Mitunter reicht schon ein Zweizeiler.
Wie funktioniert Juniverse?
Ich gebe eine Liste von Wörtern vor. Für jeden Tag im Juni genau eins. Als erstes Wort und thematischer Oberbegriff dient »Garten«, denn da lässt es sich bei hoffentlich sommerlichen Temperaturen mit einem kühlen Bier in der Hängematte liegend und dem Zwitschern der Vögel lauschend gut aushalten. Das jeweils vorgegebene Wort muss nicht zwingend verwendet werden – kann aber. Das Gedicht sollte im weitesten Sinne mit dem Wort zu tun haben. Form und Länge des Gedichts sind völlig frei: es darf gereimt werden oder nicht, ein kurzer Zweizeiler oder Gedichte jeglicher Formen wie zum Beispiel Elfchen, Haiku, Volksliedstrophe, Sonett, visuelle Poesie sind möglich.
Hashtags zum Posten
Wer seine erstellten Gedichte in den sozialen Netzwerken posten möchte, kann die Hashtags #juniverse und #juniverse2020 (bei WordPress, Twitter, Facebook, Instagram) nutzen, damit die Texte leicht gefunden werden können. Ansonsten habt ihr auch die Möglichkeit direkt unter meinen Gedichten zum jeweiligen Tag euer Werk in den Kommentaren zu posten.
Wörter der Juniverse-Challenge 2020. Das Bild darf gern verwendet und geteilt werden. Die Hintergrundfarbe nennt sich übrigens »Grasgrün«.
Also, haut in die Tasten! Ich lass mich überraschen, ob euch etwas einfällt. Ich bemühe mich, jeden Tag das passende Gedicht hier zu veröffentlichen. Da ich nicht vorgearbeitet habe, was aber jedem nach Lust und Laune frei steht, kann es bei mir vielleicht auch mal einen Tag länger dauern.
Wer ist mit dabei?
Bisher nehmen folgende Bloggerinnen und Blogger an der Juniverse-Challenge teil:
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wie schmutzig sieht dein Mantel aus? Die Haare glänzen schon wie Speck, Sie bieten einem Tier Versteck, Da wohnt die fiese Kopfjucklaus, Sie juckt, du kratzt die Haare aus Bis Blut an deinen Nägeln klebt, Dein Schritt ist schwer, die Erde bebt.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wie schmutzig seh’n die Stiefel aus? Zuletzt geputzt vor sieben Jahren, Ist dir wohl Pech nur widerfahren. Der große Zeh lugt vorn heraus, Für neue Schuh bist du zu knaus, Gibst deinen letzten Groschen Geld Für einen Trunk, der warm dich hält.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wie löchrig sieht dein Säcklein aus? Fast zwanzig Mäuschen darin wohnen, Sie knabbern Nüsschen, Kaffeebohnen, Die frechste, weiße Zuckermaus Sitzt oben drauf beim Festtagsschmaus, Sie ist die dickste aller Mäuse, Frisst nur die Schoko-Nikoläuse.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wer gibt jetzt Schokolade aus?
Wenn eine elektronische Anzeige mir anzeigt, dass sie nichts anzeigen kann, dann hat die Anzeige einen Anzeigefehler, denn ich konnte ja auf der Anzeige lesen, dass die Anzeige eigentlich nichts anzeigen sollte, d.h. die Anzeige funktionierte also doch.
Ich versuche, diverse Verse In verschiedenen Versionen Unmißverständlich zu konversieren Und ohne verstörende Verschreiber Mit der versicherten Post In’s Universum zu versenden, Um dort den versunkenen Verstand Aller versierten Versliebhaber Mit Zuversicht zu versüßen.
Fassungslos stand da ein Mann Vor der Litfaßsäule. Er starrte die Fassade an, Fast nur grauer Waschbeton, Doch mit einem Faserstift Verfasste jemand ein Gedicht.
Es gab einen Putzmann in Lankwitz, Der putzte bis alles ganz blankblitz, In Spalten und Ecken, In Staubkornverstecken, Vergessen hat er nur die Schrankritz‘.
Der Wind pfeift, Die Blätter rauschen, Der Regen prasselt, Die Hagelkörner klappern, Der Donner grollt, Die Äste krachen – Ach Herbst, du bist mir viel zu laut.
Ich sitze im Cafe Am Ufer von der Spree, Bestelle mir Püree, Kopfschüttelnd sagt sie: »Nee, Bei uns gibt’s nur Kaffee, Ein Kännchen Minzetee, Rhabarberkirschbaiser, … «
Ich stoppe sie: »Okay, Ich nehm‘ Cafe au Lait, Ein Stück von dem Baiser Mit schön viel Sahneschnee.«
Sie nickt und macht ’nen Dreh, Es schmerzt in mir, o weh, Sie steht auf meinem Zeh. »Oh nein«, sagt sie, »herrje, Ich schusseliges Reh, Ich schenk dir ein Baiser« – Und gibt mir einen Kuss.
Vor einer Woche ging das 140. Baumblütenfest in Werder an der Havel zu Ende. Dieses Mal habe ich es nicht geschafft, das Fest zu besuchen, aber vor drei Jahren bin ich von Steglitz mit dem Fahrrad gestartet und habe das Baumblütenfest und die Obsthöfe besucht, wo man Obstweine der unterschiedlichsten Sorten probieren kann.
Ich zeige euch ein knapp halbstündiges Video gefüllt mit Spaß, Natur und Blüten über Blüten. Die gesamte Tour wurde letztendlich 100 Kilometer lang und ich war 12 Stunden unterwegs.
Ich startete in Teltow an der Kirschblütenallee, die in voller Blüte stand und Teil des Berliner Mauerwegs ist. Dann folgte ich dem Teltow-Kanal über Teltow und Kleinmachnow. Dort ging es an der Neuen Hakeburg am Machnower See vorbei zur Schleuse Kleinmachnow mit historischer Straßenbahn. Ein kurzes Stück durch Potsdam Babelsberg und dann durch den Wald bis nach Caputh, mit dem Schloss und der Fähre. Nun ein Stück auf dem Havelradweg oder auch dem Fontaneweg F1 am Schwielowsee entlang über die Baumgartenbrücke bis nach Petzow. Dort startet der Panoramaweg Werderobst, der durch kleine Orte und weite Obstplantagen führt. Er brachte mich in das Örtchen Glindow und anschließend über viele gut besuchte Obsthöfe zum Baumblütenfest. Der Panoramaweg Werderobst endet in Derwitz, wo auf einem Hügel, dem Windmühlenberg, ein sehenswertes Otto-Lilienthal-Denkmal mitten in der Natur steht. Dann hatte ich eigentlich geplant, erneut ein Stück auf dem Havelradweg von Schmergow zurück nach Werder zu fahren, aber dafür war es schon zu spät. Stattdessen fuhr ich entlang der Bahnstrecke zurück nach Werder, direkt in die Stadt, an der Bismarckhöhe vorbei, wo es nur von Menschen wimmelte. Nach einer letzten Stärkung ging es über die Eisenbahnbrücke über die Havel und bei schummrigem Licht durch den Wildpark. In Potsdam angekommen, wollte ich vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn nach Hause fahren, aber der Betrieb war vermutlich wegen Bauarbeiten eingestellt worden. So schaffte ich es mit letzter Kraft über den Schäferberg bis Wannsee und nahm von dort die S1 bis Steglitz.
Ein fidelnder Geiger aus Halle Stand spielend am Markplatz, und alle, Die ihm dort zuhörten, Sich lautstark empörten, Warum nichts von Händel* erschalle.
*Georg Friedrich Händel wurde in der Stadt Halle an der Saale geboren.
Es gibt die echten Klassiker, die auf vielen Balkonen zu finden sind: Geranien, Petunien und sicher auch Margeriten. Bei uns sieht es da aber ganz anders aus. Neben den Akeleien finden sich Ringelblumen, Hornveilchen, Kalifornischer Goldmohn und Hornklee. Dazwischen mal Zwiebeln von Frühblühern wie Krokussen und Tulpen, die aber nicht wirklich gut im Balkonkasten gedeihen.
Warum sind diese Planzen da?
Weil wir für den Garten Zwiebeln und Samen gekauft und vergezogen hatten, aber immer etwas übrig blieb, sich ein Samentütchen versteckt hatte, wir daheim zu spät ausgesät hatten oder die gekeimten Pflanzen nicht so richtig gedeihen wollten. Im Grunde ist unser Balkon ein Krankenhaus für Pflanzen, eine Pflegestation mit täglicher Betreuung. Zwischen den genannten verbirgt sich auch gern mal ein kleiner Salat, Postelein (Tellerkraut) oder Spinatpflänzchen. Diese waren eigentlich dazu gedacht, uns im Winter mit ein bisschen frischem Grün zu versorgen, aber wir hatten die Rechnung ohne die Spatzen gemacht. War es anfangs nur einer, der hin und wieder vorbei kam und sich etwas von dem Grünzeug pflückte, sind es inzwischen kleine Grüppchen von vier bis fünf Spatzen, die sich über das Salatbuffet her machen. Sie sammeln sich im Baum vor unserem Balkon und fliegen dann gemeinsam zum großen Mahl. Es geht zu wie auf dem wilden Basar, wo die Fetzen fliegen und alles, was einem nicht schmeckt, kreuz und quer durch die Gegend geschleudert wird. Wir lassen ihnen den Spaß und erfreuen uns an ihrem fröhlichen Gezwitscher, auch wenn wir es sind, die nach dem Mahl aufräumen und abwaschen müssen.
Seit neuestem scheint sich sogar eine Biene neben einem Loch, das zum Abfluss überschüssigen Regenwassers dient, häuslich einzurichten. Dies ist uns aufgefallen, weil plötzlich kleine Krümelchen auf dem Kunstrasen lagen. Die Biene hat es also irgendwie geschafft, sich durch den Putz zu graben und sich mühevoll an der Kunstrasenkante vorbei in das kleine Löchlein zu zwängen. Möglicherweise hat sie diesen Platz für ihren Nachwuchs auserkoren.