Anna macht‘ am Tag Spagat, Harald sah das ganz als Spaß, Danach aß man Blattsalat, Manchmal gab’s dann Ananas.
Annas Lamm kam ganz rasant, Harald nahm das Lamm an’s Band, Das Alpaka sprang galant, Was das Lama lahm gar fand, Annas Gans saß da am Rand, Fraß das Gras, was grad da stand.
Nachts ward’s kalt, das gab Alarm, Anna lag an Haralds Arm. Anna – das war Haralds Spatz, Harald – das war Annas Schatz.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Den ersten Punkt hast du für die Freude am Leben bekommen, Den zweiten für das lodernde Feuer der Liebe in dir, Den dritten erhieltst du für deine Gutmütigkeit, Den vierten für das Glück, das du im Herzen trägst, Den fünften bekamst du für die Kraft, die du anderen spendest, Den sechsten für die Hoffnung, niemals aufzugeben, Und den siebten und letzten für deinen täglichen Fleiß.
Nun sitzt du hier auf meiner Hand, Krabbelst auf die Kuppe meines Zeigefingers Und ich flüstere dir zu: »Flieg, lieber Marienkäfer, flieg weit hinaus in die Welt.« Schon schlägst du mit deinen Flügeln Und entschwebst mit einem leisen Surren, Um den Menschen deine Botschaft zu überbringen.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Es war einmal vor langer Zeit In einem unbekannten Land, Man grub mit Spaten tief und breit Und schippte haufenweise Sand Bis man dabei ein Schätzchen fand.
Dies‘ war nicht groß, nein, es war klein, Experten waren sehr verwirrt, Zu welchem Zwecke sollt‘ es sein? Ein Ding, so quietschebunt lackiert, Gefunden oft zu dritt, zu viert.
Man brachte es in eine Stadt Und untersuchte ganz genau, Warum’s ’nen hohlen Körper hat, Das Mützchen rot, die Äuglein blau, Doch wurde man daraus nicht schlau.
Nach hundert Jahren Forschungszeit Erklärte man’s als Meisterwerk, Und stellte sie schön aufgereiht Auf einen flachen grünen Berg – Seitdem nennt man sie Gartenzwerg.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Es lebte in einem versteckt dunklen Wald Ein Rabe von finsterster Vogelgestalt. Die Brüder und Schwestern warf er aus dem Nest, Die rabigen Eltern stieß er vom Geäst, Er wollte nichts teilen, denn alles war sein, Der Rabe war gierig und tückisch gemein.
Es lebte an einem hell plätschernden Fluss Ein Bär, der schon lange gelebt haben muss, Am liebsten lag er auf dem faulen Pelz Am quirligen Ufer auf kühlendem Fels, Die Fische, die sprangen und konnten froh sein, Er mochte nur Träumen von Honig allein.
Es lebte an einem sehr fruchtbaren Feld Ein Mensch, der den Acker mit Saatgut bestellt‘, Er schuftete täglich von früh bis zur Nacht, Er hat nur an’s Wohl der Familie gedacht, Doch wegen der Arbeit blieb ihm wenig Zeit Für Frau und die Kinder und Herzlichkeit.
Im Abendlicht zog es den hungrigen Bär Zum Hause des Bauern, es lockte ihn sehr Der süßliche Duft, ein Topf stand vor’m Haus – Rhabarbar mit Honig – und kühlte noch aus. Der Bär schlich sich vorsichtig tastend heran, Er spitzte die Ohren – doch was geschah dann?
Der Rabe flog über den Bären hinweg, Er kreiste und suchte den lohnensten Fleck. Er stürzte hinab auf den Acker und fraß Die Körner so schnell, dass er leider vergaß, Sich zu vergewissern, dass niemand ihn stört, Doch hatte der Mensch längst das Krächzen gehört.
Der Mensch wurde wütend, nahm Kimme und Korn, Und schoss mit der Flinte, er tobte vor Zorn. Es stoben die Federn des Raben umher, Er krächzte noch einmal, dann war er nicht mehr. Der Bär nahm die Tatzen geschwind in die Hand Und schwamm über’n Fluss, wo der Mensch ihn nicht fand.
Am ganz frühen Morgen erwachte der Bär, Die Sonne ging auf und er wusste nicht mehr, Was gestern geschehen, die Sorgen war’n fort – Ein Töpfchen Rhabarber mit Honig stand dort. Und wenn dieser Bär nicht gestorben ist, Dann sitzt er noch immer am Ufer und frisst.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Ich saß auf einem Bretterding, Ich glaub‘, es war… Ein Tisch? – Nein. Ein Brennholzhaufen? – Nein. Ein Klappstuhl? – Nein. Eine Bank? – Nein. Eine Holzleiter? – Nein. Ein Steg? – Nein. Ein Hocker? – … Jetzt fällt’s mir wieder ein: Ich saß auf einem Bretterding Und neben mir ein Schmetterling.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
In meinem Garten wohnt ’ne Maus, Sie hat dort irgendwo ein Haus, Der Eingang liegt so gut versteckt, Dass ich ihn bisher nicht entdeckt, Ich suchte wirklich überall, Im Gras, im Heu, im Pferdestall.
Wer fragt, woher ich wissen kann, Dass sie dort lebt, dem sag‘ ich dann, Ich sah sie oft auf ihren Runden Am Himmel flattern und erkunden, Doch brach die dunkle Nacht herein, Muss sie im Schwarz verschwunden sein.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Im Morgenrot die Vögel zwitschern, Auf Blütenblättern Tröpfchen glitzern, Am Pflaum’baum grüne Früchte hängen, Die möchte ich zur Reife drängen, Ich wünscht‘, sie wär’n längst violett, Weil ich sie gern gegessen hätt‘.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wie schmutzig sieht dein Mantel aus? Die Haare glänzen schon wie Speck, Sie bieten einem Tier Versteck, Da wohnt die fiese Kopfjucklaus, Sie juckt, du kratzt die Haare aus Bis Blut an deinen Nägeln klebt, Dein Schritt ist schwer, die Erde bebt.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wie schmutzig seh’n die Stiefel aus? Zuletzt geputzt vor sieben Jahren, Ist dir wohl Pech nur widerfahren. Der große Zeh lugt vorn heraus, Für neue Schuh bist du zu knaus, Gibst deinen letzten Groschen Geld Für einen Trunk, der warm dich hält.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wie löchrig sieht dein Säcklein aus? Fast zwanzig Mäuschen darin wohnen, Sie knabbern Nüsschen, Kaffeebohnen, Die frechste, weiße Zuckermaus Sitzt oben drauf beim Festtagsschmaus, Sie ist die dickste aller Mäuse, Frisst nur die Schoko-Nikoläuse.
Oh Graus, oh Graus, du Nikolaus, Wer gibt jetzt Schokolade aus?
Ich versuche, diverse Verse In verschiedenen Versionen Unmißverständlich zu konversieren Und ohne verstörende Verschreiber Mit der versicherten Post In’s Universum zu versenden, Um dort den versunkenen Verstand Aller versierten Versliebhaber Mit Zuversicht zu versüßen.
Fassungslos stand da ein Mann Vor der Litfaßsäule. Er starrte die Fassade an, Fast nur grauer Waschbeton, Doch mit einem Faserstift Verfasste jemand ein Gedicht.
Es gab einen Putzmann in Lankwitz, Der putzte bis alles ganz blankblitz, In Spalten und Ecken, In Staubkornverstecken, Vergessen hat er nur die Schrankritz‘.
Der Wind pfeift, Die Blätter rauschen, Der Regen prasselt, Die Hagelkörner klappern, Der Donner grollt, Die Äste krachen – Ach Herbst, du bist mir viel zu laut.
Ich sitze im Cafe Am Ufer von der Spree, Bestelle mir Püree, Kopfschüttelnd sagt sie: »Nee, Bei uns gibt’s nur Kaffee, Ein Kännchen Minzetee, Rhabarberkirschbaiser, … «
Ich stoppe sie: »Okay, Ich nehm‘ Cafe au Lait, Ein Stück von dem Baiser Mit schön viel Sahneschnee.«
Sie nickt und macht ’nen Dreh, Es schmerzt in mir, o weh, Sie steht auf meinem Zeh. »Oh nein«, sagt sie, »herrje, Ich schusseliges Reh, Ich schenk dir ein Baiser« – Und gibt mir einen Kuss.