Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Archiv (Seite 26 von 26)

Sehnsucht

Wenn des Nachts die Sterne zieh’n,
Nur der Mond das Land erhellt,
Sitzt du stumm in deinem Zimmer,
Wo der Schein durch’s Fenster fällt.

Und dein Blick irrt in die Ferne,
Sucht das Glück im weiten Land,
Dort, wo einst der schöne Jüngling,
Vor dem Fenster wartend stand.

Damals schenkt’ er rote Rosen,
Lieblich duftend, nur für dich,
Um die Botschaft zu verkünden:
»Du, mein Herz, ich liebe dich!«

Doch als dann der Winter kam,
Ging er fort auf leisen Sohlen,
Riss das Herz aus deiner Brust,
Hat’s für allezeit gestohlen.

Jeden Tag sitzt du am Fenster,
Hoffend auf der Liebe Schwur,
Einsam, traurig und verbittert,
Geblieben ist die Sehnsucht nur.

David Damm, 2006

Frühling in Berlin

Der Frühling – zag und unscheinbar –
Zieht durch die Straßen von Berlin
Und rüttelt an den Glockenblumen,
Die weiß wie Schnee ringsum erblüh’n.

David Damm

Winter

der wind – er pfeift
der schnee – er tobt
der see – er gluckt
das eis – es kracht
das nass – es klatscht
die zeit – sie rinnt
der mensch – er friert

David Damm

Poesie der Nacht

Die Poesie der Nacht
Schmiegt sich in deine Arme,
Umklammert dein vertrocknetes Herz,
Um es bis zum nächsten Morgen
Aufblühen zu lassen.

David Damm