Ich möchte deine Haut bedecken, Mit Küssen, leidenschaftlich, wild, Und zärtlich deine Lippen necken. Und werd‘ ich deine Haut bedecken, Trägst du bald tausend Knutscheflecken Bis meine Sehnsucht ganz gestillt. Ich werde deine Haut bedecken, Mit Küssen, leidenschaftlich, wild.
Die Blicke gehen hin und her, Wir fahren mit dem Zug ans Meer, Es ist die erste Reise. Wir sitzen da, du neben mir, Und lachen laut, ich neben dir.
Die Worte sprudeln unaufhörlich, Sie gehen tief, sind klar und ehrlich, Dein Mund formt sie mit weichen Lippen, Und noch bevor sie ausgesprochen, Fühl’n wir, wie uns’re Herzen pochen.
Mit deinem wachen, feinen Wesen, Schaffst du’s wie in ’nem Buch zu lesen, Und schätzt ein jedes Wort gespannt. Du liest in mir, liest jede Seite, Weil sie dir Freude, Glück bereite.
Dein langes, volles, silbrig Haar Umschmeichelt dein Gesicht, ganz nah, Die dunkelbraunen Augen, Ich schau hinein, verlier‘ mich drin, Weil ich ein Mann und Träumer bin.
Wir zwei steh’n dicht, wir steh’n am Strand, Wie gerne nähm‘ ich deine Hand Und hätt‘ sie fest gehalten. Doch Engelwesen, wie sie sind, Kann man nicht greifen – wie der Wind.
Als du mich umarmtest, Strichst du über meinen Rücken, Berührtest mich und mein Herz – Wie glücklich muss derjenige sein, Den du darfst täglich drücken.
Zwei Sterneköche aus Zeuthen, War’n schrecklich gefürchtet bei Leuten, Es tropfte von Händen Blutrot von dem Wenden Und Dreh’n der Tomaten beim Häuten.
Die Bienen summen durch Wiesen und Klee. Die Rehe äsen an der Havelchaussee. Die Hasen hoppeln auf der Jägerallee. Die Vögel trällern eine Liedchenidee. Die Hummeln brummen auf ihrer Blüten-Tournee. Die Eichhörnchen springen durch Wipfel, juchee. Die Rotfüchse trotten durchs Kudamm-Karree. Die Wildschweine schwimmen im Teufelssee. Zusammengefasst als kurzes Resümee: Nur Menschen verdummen vor dem PC.
Ein Bergmann schiebt mit Muskelkraft Seine Lore tief in den Stollen hinein, Auf krummen Schienen poltert der Wagen In ein Loch aus Dunkelheit und Stein.
Den Weg schon tausendfach gegangen, Geschloss’nen Auges durch die Finsternis, Doch flackert in seinem Innern müdes Verlangen, Wonach, ist verborgen und ungewiss.
Der Bergmann verschmilzt mit Höhle und Mantel, Von Felsen zerschlissen, notdürftig geflickt, Sodann hält er an, sieht sich seltsam um, Kohlrabenschwarz, wohin er auch blickt.
Seine Hände wandern in weite Taschen, Zu Tage fördern sie Streichholz, Nachtkerze, Ein Funke blitzt durch das dunkelste Dunkel, Seitdem führt ihn das Licht durch die Schachtschwärze.
David Damm, 2022
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff „Nachtkerze“ verfasst.
Wenn ich am Morgen müd erwache, Mach ich erst immer eine Sache, Denn nur, wenn ich sie nett begrüße, Gehorchen meine beiden Füße.
Welch Lasten müssen sie ertragen, Besonders an den langen Tagen, Von engen Schuhen platte Füße, Was ich mit mancher Blase büße.
Doch wenn der Abend nun anbricht, Sitz ich im warmen Schummerlicht, Und dicht bei mir sitzt meine Süße, Massiert und knetet mir die Füße.
David Damm, 2022
Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit. Die 7. Aufgabe lautete: »Schreibe über jemandes Füße.« Ich habe die Aufgabe leicht abgewandelt und über meine Füße geschrieben.
Der erste März erfreut mein Herz, Der Frühling ist erschienen, Die Vöglein singen Quint und Terz, Die Sonne klettert himmelwärts, Im Krokus summen Bienen.
David Damm, 2022
Noch schnell ein verspätetes Märzgedicht, der Frühling ist in vollem Gange und in wenigen Tagen tanzen wir schon in den Mai.
Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter! Ach Liebster, mein Liebster, ich färb’s erst noch bunter. Das Haar will ich schneiden, doch nur an den Spitzen, Das geht ganz schnell vor dem Spiegel im Sitzen.
Dann muss ich sie gründlich mit Warmwasser spülen, Schon bald wirst du es selber erfühlen, Wie kuschelweich mein Haar dadurch wird, Wie Sonnenlicht durch die Strähnchen flirrt.
Dann nehm‘ ich die Bürste und werde sie kämmen Und pudern, um Läuse einzudämmen. Ich trockne die Haare mit dem Heißluftfön, Mein Liebster, für dich nur mach‘ ich mich schön.
Mein Pony muss schließlich geglättet werden, Damit ich die Schönste werde auf Erden, Ist dieser Schritt endlich auch getan, Fang ich schon mit dem Flechten an.
Doch weil’s, wie du weißt, einige Meter sind, Gedulde dich kurz, ich mache geschwind, Zu guter Letzt werde ich’s parfümieren Und etwas Pomade zum Halt hinein schmieren.
Nach einigen Tagen, das ist jedem klar, War Rapunzel fertig mit ihrem Haar. Ein kurzer Blick in den Spiegel und dann Trat sie überglücklich ans Fenster heran:
Mein Liebster, ich lasse das Haar rasch herunter, Doch jener schlief fest unterm Busch des Holunder.
David Damm, 2022
Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit. Die 6. Aufgabe lautete: »Schreibe über dein Haar.« Ich habe die Aufgabe minimal abgewandelt und über jemandes anderen Haare geschrieben.
Ein Mensch geht durch ein kluges Land, Sieht Städte sich mehren wie Körner im Sand, Und bald schon steht er auf einem Gipfel, Ein eisiger Wind weht durch die Wipfel, Die Aussicht ist bombig, doch gibt’s eine Tücke: Zu Füßen klafft eine riesige Lücke.
Der Regen peitscht auf, durchdringt seine Sachen, Der Rückweg versperrt durch Bäume, die krachen, Die Wolken verdunkeln, gleich kommt ein Gewitter, Steht er dann noch oben, so trifft es ihn bitter, Am Abgrund wird’s laut, sein Blick wird trüber, Wer hilft dem Gesell‘ schaf(f)t er es hinüber?
David Damm, 2022
Bianca Körner zelebriert im April auf Instagram den Poesiemonat, den National Poetry Month. Jeden Tag stellt sie eine Aufgabe und ich mache mit. Die 4. Aufgabe lautete: »Schreibe ein Gedicht mit einem Bruch in der Mitte.«