Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: gedicht (Seite 1 von 11)

Vitamine

Eine Zitrone
Für die Simone,
Denn sie geht nie ohne
Vitamin ins Bett.

Eine Mandarine
Für die Sabine,
Hinter der Gardine
Schläft sie tief und fest.

Eine Clementine
Für die Josefine,
Mit zuckersüßer Miene
Träumt sie in der Nacht.

Eine Limette
Für die Anette,
Die in ihrem Bette
Zuletzt das Licht ausmacht.

David Damm, 2017

Du fühlst

Du fühlst dich
Mit deinem flammend weißen Tüllkleidchen
Wie ein schwarzes Schaf
Unter flatternden Flamingos.
Tausend Augenpaare,
Nur auf dich gerichtet,
Das Wasser bis zu den Knöcheln,
Mit schlotternden Knien.
Du sprichst und sagst
Mit dem dir gewachsenen Schnabel:
Ja.

David Damm, 2017

Der Wachmacher

Am Morjen um Fünfe kriech ick aus dem Bett,
Ick quäle und schlepp mir auf Eichenparkett
Zum Frühstück und knipse dit Radio an,
Es dudelt und quasselt der Nachrichtenmann.

Und weil ick vor Müdigkeit nüscht weiter schaffe,
Drum gönn ick mir erstmal zwee Kaffee mit Kaffe.
Die schwärzeste Brühe mit Zucker muss her,
Sonst klappt mir dit Ooge, die Lider so schwer.

Ick kipp mir dit dampfend Jesöff in die Birne,
Nun arbeitet’s wieder in meenem Jehirne,
Ick fühl mir lebendig, so richtig doll wach,
Und wünsch dir, meen Lieba, nen blendenen Tach.

David Damm, 2017

Tausend Meilen

Tausend Meilen will ich gehn,
Nur um dich ganz nah zu sehn,
Dich in meinen Armen halten
Und die Zukunft mitgestalten.

David Damm, 2005

Zwiegespräch im Zoo

Es stand in einem Zoo allein
Ein Flamin-Go auf einem Bein.
Das Känge-Ruh sprach durch den Zaun:
»Nun sieh mal zu, du armer Clown,
Nimm deine Beine in die Hand,
Zieh Leine in ein fernes Land!«

»Das ist so leicht dahin gesagt,
Ich fühl mich wohl und bin gefragt,
Mein pinkes Kleid hab ich drapiert
Und flink werd ich fotografiert,
Die Gäste seh’n mich staunend an,
Weil ich das Steh’n am schönsten kann.«

»Du selbstgerechtes Vögelein,
Sei nicht so dumm, du bist allein,
Willst du denn nicht ein Herz berühr’n?
Und Liebe in den Federn spür’n?«
Da wandte sich der Flamin-Go
Und zeigt‘ pikiert den pinken Po.

David Damm, 2017

Riesel

Ein Autoliebhaber aus Riesel,
Der lenkte nur Wagen mit Diesel,
Man jagte ihn fort
Aus dem grünen Ort,
Da flitzte er flink wie ein Wiesel.

David Damm, 2017

Regenguss

Seit Wochen schwänzt der Sommer,
Der Himmel droht ihm mit Verdruss,
Er öffnet seine Schleusen
Und schmettert einen Donnerkuss,
Die Bäume wanken, zittern,
Die Straße fließt als breiter Fluss,
Doch Baden ist verboten.
So schnell wie’s kam, so war’s auch Schluss,
Betropft sind meine Fenster,
Nur blöd, dass ich sie putzen muss.

David Damm, 2017

Mitte

Es stritten Beamte in Mitte,
Ob dies eine würdige Sitte,
Die Wippe zur Einheit,
Das schwor’n sie bei Meineid,
Es war Erichs letzteste Bitte.

David Damm, 2017

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