Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: gedicht (Seite 1 von 11)

Verliebt, verlobt, verheiratet


In unserer modernen Zeit
Ist’s gar nicht ungewöhnlich,
Wenn du dir einen Partner suchst,
Per Smartphone, nicht persönlich.

Die App ist zügig installiert,
Ein Klick im Internet,
Die Finger wischen links und rechts,
Du tippst geschwind im Chat.

Die Bits und Bytes schwirr’n hin und her,
Ihr funkt auf einer Welle,
Und ständig wenn die App vibriert,
Schlägt’s Herz ein wenig schnelle.

Die virtuelle Welt ist schön,
Doch in real ist’s schöner,
D’rum läd er dich zum Essen ein,
Mit Stil beim Italiener.

Die Sterne leuchten ach so hell,
Der See lockt zum Spazieren,
Er greift nach deiner zarten Hand,
Dich scheint’s zu amüsieren.

Und irgendwann, da sitzt ihr zwei
Gekuschelt vor’m Kamin,
Der erste Kuss, ein Funkenflug,
Bis beide Herzen glüh’n.

Nach Jahren eurer Zweisamkeit
Mit vielen glücklich‘ Stunden,
Wollt ihr die Liebe heut‘ so schön
Mit einem »Ja« bekunden.

David Damm, 2017

Sorge

Ein Mann lebte ständig in Sorge,
Getrennt von der Schwester in Zorge,
Die Mauer dazwischen
Ließ ihn nicht entwischen,
»Und wenn ich ’ne Leiter mir borge?«

David Damm, 2017

Der Mond

Ich steh‘ auf einem Hügel,
Mein Blick geht in die Nacht,
Wo hinter Tannenzweigen
Der Mond so schön erwacht.

Bald steht er in der Mitte,
Von Sternlein dicht umringt,
Das scheint ihm zu gefallen,
Wenn’s leuchtet, glitzt und blinkt.

Er selbst trägt niemals Strahlen,
Borgt nur das Sonnenlicht,
Doch reicht er’s an mich weiter,
Wenn nachts das Dunkel spricht.

David Damm, 2017

Vitamine

Eine Zitrone
Für die Simone,
Denn sie geht nie ohne
Vitamin ins Bett.

Eine Mandarine
Für die Sabine,
Hinter der Gardine
Schläft sie tief und fest.

Eine Clementine
Für die Josefine,
Mit zuckersüßer Miene
Träumt sie in der Nacht.

Eine Limette
Für die Anette,
Die in ihrem Bette
Zuletzt das Licht ausmacht.

David Damm, 2017

Du fühlst

Du fühlst dich
Mit deinem flammend weißen Tüllkleidchen
Wie ein schwarzes Schaf
Unter flatternden Flamingos.
Tausend Augenpaare,
Nur auf dich gerichtet,
Das Wasser bis zu den Knöcheln,
Mit schlotternden Knien.
Du sprichst und sagst
Mit dem dir gewachsenen Schnabel:
Ja.

David Damm, 2017

Der Wachmacher

Am Morjen um Fünfe kriech ick aus dem Bett,
Ick quäle und schlepp mir auf Eichenparkett
Zum Frühstück und knipse dit Radio an,
Es dudelt und quasselt der Nachrichtenmann.

Und weil ick vor Müdigkeit nüscht weiter schaffe,
Drum gönn ick mir erstmal zwee Kaffee mit Kaffe.
Die schwärzeste Brühe mit Zucker muss her,
Sonst klappt mir dit Ooge, die Lider so schwer.

Ick kipp mir dit dampfend Jesöff in die Birne,
Nun arbeitet’s wieder in meenem Jehirne,
Ick fühl mir lebendig, so richtig doll wach,
Und wünsch dir, meen Lieba, nen blendenen Tach.

David Damm, 2017

Tausend Meilen

Tausend Meilen will ich gehn,
Nur um dich ganz nah zu sehn,
Dich in meinen Armen halten
Und die Zukunft mitgestalten.

David Damm, 2005

Zwiegespräch im Zoo

Es stand in einem Zoo allein
Ein Flamin-Go auf einem Bein.
Das Känge-Ruh sprach durch den Zaun:
»Nun sieh mal zu, du armer Clown,
Nimm deine Beine in die Hand,
Zieh Leine in ein fernes Land!«

»Das ist so leicht dahin gesagt,
Ich fühl mich wohl und bin gefragt,
Mein pinkes Kleid hab ich drapiert
Und flink werd ich fotografiert,
Die Gäste seh’n mich staunend an,
Weil ich das Steh’n am schönsten kann.«

»Du selbstgerechtes Vögelein,
Sei nicht so dumm, du bist allein,
Willst du denn nicht ein Herz berühr’n?
Und Liebe in den Federn spür’n?«
Da wandte sich der Flamin-Go
Und zeigt‘ pikiert den pinken Po.

David Damm, 2017

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