Ich möchte deine Haut bedecken, Mit Küssen, leidenschaftlich, wild, Und zärtlich deine Lippen necken. Und werd‘ ich deine Haut bedecken, Trägst du bald tausend Knutscheflecken Bis meine Sehnsucht ganz gestillt. Ich werde deine Haut bedecken, Mit Küssen, leidenschaftlich, wild.
Der Mensch fliegt hin, der Mensch fliegt her, Die Welt liegt ihm zu Füßen, Er staunt ob der Naturschönheit, Genießt die Freiheit und die Zeit, Nach Hause lässt er grüßen.
Ein Kuss fliegt hin, ein Kuss fliegt her, Die Freundschaft ist gefunden, Und manches tolle Exemplar Verliebt sich in den andern gar, Gefolgt von heißen Stunden.
Ein Wort fliegt hin, ein Wort fliegt her, Bis Kopf und Stimme glühen, Sich gegenseitig heftig fetzend Trifft manches Wort, ist stark verletzend, Für’s Schlichten kein Bemühen.
Die Faust fliegt hin, die Faust fliegt her, Die Schneidezähne krachen, Die Prügelei zieht sich ein Weilchen, Der eine trägt nun rechts ein Veilchen, Doch keiner gibt den Schwachen.
Ein Stein fliegt hin, ein Stein fliegt her, Am Kopf platzt eine Wunde, Das Blut rinnt über’s weiße Hemd, Der Gegner krümmt sich aufgestemmt, Nun kommt’s zur letzten Runde.
Ein Schuss fliegt hin, ein Schuss fliegt her, Die Kugeln surren, zischen, Der Kampf, nur sinnloses Gefecht, Am Schluss hat niemand gut und recht, Denn viele wird’s erwischen.
Ein Kuss fliegt hin, doch keiner her, Die Mutter steht am Grabe, Die Wangen feucht, der Blick so leer, Das Herz für allezeit ihr schwer – Ach Mensch, ist Dummheit eine Gabe?
Du gabst mir auf den Mund ’nen Kuss, Doch weil ich nun weit fort gehn muss, Ist mir mein Herz so leer und schwer, Es weiß, du kommst nicht mit – nie mehr.
David Damm, 2020
Ein einsilbiges Gedicht im Rahmen des Lyrimo (Lyrikmonat).
Ich sitze im Cafe Am Ufer von der Spree, Bestelle mir Püree, Kopfschüttelnd sagt sie: »Nee, Bei uns gibt’s nur Kaffee, Ein Kännchen Minzetee, Rhabarberkirschbaiser, … «
Ich stoppe sie: »Okay, Ich nehm‘ Cafe au Lait, Ein Stück von dem Baiser Mit schön viel Sahneschnee.«
Sie nickt und macht ’nen Dreh, Es schmerzt in mir, o weh, Sie steht auf meinem Zeh. »Oh nein«, sagt sie, »herrje, Ich schusseliges Reh, Ich schenk dir ein Baiser« – Und gibt mir einen Kuss.