Die Leiter zum Himmel steig ich hinauf, Erklimme sie Sprosse um Sprosse, Allmählich verklingen die Rufe der Stadt, Hier wo man Höhe und Weitblicke hat, Erzitternd auf dem Dachgeschosse.
Es gurren die Tauben, die Möwe kreischt, Und unten plätschert die Spree, Zwei bronzene Spitzen zerteilen die Welt, Ein Himmel, der fast auseinander fällt, So wie ich am Abgrunde steh.
Die silberne Kugel dreht sich im Wind, Ich kann sie ja fast schon berühren, Gewagt ist der Sprung aufs Kinderkarussell, Mein Herz pocht laut und rast irre schnell, Lässt Freiheit und Leben mich spüren.
Wenn Stürme durch die Lande weh’n, Und Herbste, Winter, Frühling geh’n, Dann steh’n wir zwei am großen Meer, Die Wellen gehen hin und her, Die Sonne sinkt und leuchtet aus, Ich halte einen Blumenstrauß Und schenk‘ ihn dir bei Mitternacht, Bezeugt von funkelnd‘ Sternenpracht.
Anna macht‘ am Tag Spagat, Harald sah das ganz als Spaß, Danach aß man Blattsalat, Manchmal gab’s dann Ananas.
Annas Lamm kam ganz rasant, Harald nahm das Lamm an’s Band, Das Alpaka sprang galant, Was das Lama lahm gar fand, Annas Gans saß da am Rand, Fraß das Gras, was grad da stand.
Nachts ward’s kalt, das gab Alarm, Anna lag an Haralds Arm. Anna – das war Haralds Spatz, Harald – das war Annas Schatz.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Es war einmal vor langer Zeit In einem unbekannten Land, Man grub mit Spaten tief und breit Und schippte haufenweise Sand Bis man dabei ein Schätzchen fand.
Dies‘ war nicht groß, nein, es war klein, Experten waren sehr verwirrt, Zu welchem Zwecke sollt‘ es sein? Ein Ding, so quietschebunt lackiert, Gefunden oft zu dritt, zu viert.
Man brachte es in eine Stadt Und untersuchte ganz genau, Warum’s ’nen hohlen Körper hat, Das Mützchen rot, die Äuglein blau, Doch wurde man daraus nicht schlau.
Nach hundert Jahren Forschungszeit Erklärte man’s als Meisterwerk, Und stellte sie schön aufgereiht Auf einen flachen grünen Berg – Seitdem nennt man sie Gartenzwerg.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Es lebte in einem versteckt dunklen Wald Ein Rabe von finsterster Vogelgestalt. Die Brüder und Schwestern warf er aus dem Nest, Die rabigen Eltern stieß er vom Geäst, Er wollte nichts teilen, denn alles war sein, Der Rabe war gierig und tückisch gemein.
Es lebte an einem hell plätschernden Fluss Ein Bär, der schon lange gelebt haben muss, Am liebsten lag er auf dem faulen Pelz Am quirligen Ufer auf kühlendem Fels, Die Fische, die sprangen und konnten froh sein, Er mochte nur Träumen von Honig allein.
Es lebte an einem sehr fruchtbaren Feld Ein Mensch, der den Acker mit Saatgut bestellt‘, Er schuftete täglich von früh bis zur Nacht, Er hat nur an’s Wohl der Familie gedacht, Doch wegen der Arbeit blieb ihm wenig Zeit Für Frau und die Kinder und Herzlichkeit.
Im Abendlicht zog es den hungrigen Bär Zum Hause des Bauern, es lockte ihn sehr Der süßliche Duft, ein Topf stand vor’m Haus – Rhabarbar mit Honig – und kühlte noch aus. Der Bär schlich sich vorsichtig tastend heran, Er spitzte die Ohren – doch was geschah dann?
Der Rabe flog über den Bären hinweg, Er kreiste und suchte den lohnensten Fleck. Er stürzte hinab auf den Acker und fraß Die Körner so schnell, dass er leider vergaß, Sich zu vergewissern, dass niemand ihn stört, Doch hatte der Mensch längst das Krächzen gehört.
Der Mensch wurde wütend, nahm Kimme und Korn, Und schoss mit der Flinte, er tobte vor Zorn. Es stoben die Federn des Raben umher, Er krächzte noch einmal, dann war er nicht mehr. Der Bär nahm die Tatzen geschwind in die Hand Und schwamm über’n Fluss, wo der Mensch ihn nicht fand.
Am ganz frühen Morgen erwachte der Bär, Die Sonne ging auf und er wusste nicht mehr, Was gestern geschehen, die Sorgen war’n fort – Ein Töpfchen Rhabarber mit Honig stand dort. Und wenn dieser Bär nicht gestorben ist, Dann sitzt er noch immer am Ufer und frisst.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
In meinem Garten wohnt ’ne Maus, Sie hat dort irgendwo ein Haus, Der Eingang liegt so gut versteckt, Dass ich ihn bisher nicht entdeckt, Ich suchte wirklich überall, Im Gras, im Heu, im Pferdestall.
Wer fragt, woher ich wissen kann, Dass sie dort lebt, dem sag‘ ich dann, Ich sah sie oft auf ihren Runden Am Himmel flattern und erkunden, Doch brach die dunkle Nacht herein, Muss sie im Schwarz verschwunden sein.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Im Morgenrot die Vögel zwitschern, Auf Blütenblättern Tröpfchen glitzern, Am Pflaum’baum grüne Früchte hängen, Die möchte ich zur Reife drängen, Ich wünscht‘, sie wär’n längst violett, Weil ich sie gern gegessen hätt‘.
David Damm, 2020
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.
Es fließt der Wodka durch meinen Rachen Und stürzt meine Kehle hinunter, Das bringt mein Gemüte herrlich zum Lachen Und macht meinen Geist wieder munter.
Berge von Geschenken lagen Unter’m Weihnachtsbaum drapiert, Wurden aufgefetzt – nun Klagen – Opa hat es nicht kapiert, Was der Junge sich erträumte, Eine saub’re, aufgeräumte, Wunderschöne Welt zu haben Ohne tiefen Abfallgraben.