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Sommerweisheit

Ich quälte mich seit vielen Tagen
Mit merkwürdigen Sinnesfragen,
Wieso, weshalb, warum ist’s so,
Macht Klugheit dumm und Dummheit froh?

Nach ewig langen Grübeleien
Konnt‘ ich mich von der Qual befreien,
Denn als ich in den Spiegel sah,
Entdeckte ich ein Tier im Haar.

Erst unterm Rastermikroskop
Sah ich, wie’s seine Mütze hob:
Es war ein klitzekleiner Floh
Mit einem Hut aus blondem Stroh.

Fortan werd‘ ich auch Hüte tragen,
Dann wird mich nie mehr Juckreiz plagen,
Denn dieser Floh hat’s schlau erkannt,
Ein Hut schützt vor dem Sonnenbrand.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Strohhut« verfasst.

Sorglos

Sorglos,
Oben ohne,
Nicht ein Wölkchen,
Nasse Abkühlung beim Planschen,
Erfrischend.

David Damm, 2021

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Sommer.

Niederschlag

An einer Holzhütte habe ich mein Pausenlager aufgeschlagen,
Auf der ungeschützten Bank sitze ich niedergeschlagen da.
In den Tälern und Niederungen beginnt es kräftig zu regnen,
Es trifft mich wie ein Faustschlag in die Magengrube.
Aus den schwarzgrauen Wolken prasseln die fetten Tropfen hernieder,
Hin und wieder ein grelles Zucken – Blitzeinschlag gefolgt von Donner.
Niedergekauert drücke ich mich an die Wand, verwünsche den Wettergott,
Schon versiegt schlagartig der Wasserfall, Hoffnung keimt in mir auf.
Ein Sonnenstrahl fällt nieder auf mein Haupt, in der Ferne ein Regenbogen,
Dieses Signal ist ausschlaggebend für meinen neu gefassten Mut:
Ein guter Zeitpunkt, mich von meiner Niederlassung zu erheben
Und jedem weiteren Niederschlag zum Trotz meine Reise fortzusetzen.

David Damm, 2021

Superelfchen

Vor ein paar Tagen, am 11. 11., dem Elfchen-Tag, habe ich hier elf Elfchen gepostet. Aber irgendetwas fehlt noch: nämlich das versprochene Superelfchen.

Was ist ein Superelfchen?

Um ein Superelfchen bauen zu können, benötigen wir zunächst elf Elfchen. Diese müssen wiederum ein Akrostichon sein, d.h. die Anfangsbuchstaben jeder Zeile ergeben ein neues, quasi verstecktes Wort. Da ein Elfchen immer genau fünf Zeilen hat, besteht das zugehörige Akrostichon aus fünf Buchstaben. Nimmt man nun diese elf fünf-buchstabigen Wörter, so kann man daraus ein neues Elfchen bauen – das Superelfchen.

Um ein Superelfchen bauen zu können, sollte man sich eine Auswahl an Wörtern notieren, die jeweils fünf Buchstaben lang sind. Aus diesen konstruiert man dann nach gewohnter Manier ein Elfchen. Danach schreibt man sich die Buchstaben jedes Wortes des Superelfchens untereinander auf und vervollständigt diese ebenfalls zu Elfchen.

Los geht’s, weg von der Theorie zum praktischen Beispiel: hier kommt das noch fehlende Puzzleteil zu den elf Elfchens, das Superelfchen.

Superelfchen

Sonne,
Uhren sagen:
Pause macht Laune,
Enkel gehen baden – Teich,
Radau.

David Damm, 2020

Und übrigens: mein Superelfchen ist auch ein Akrostichon, denn die Anfangsbuchstaben jeder Zeile ergeben das Wort »SUPER«.

In dem nachfolgenden Bild habe ich alle elf Elfchen und das daraus resultierende zwölfte Superelfchen zusammengepackt. Wer Lust hat, kann gerne überprüfen, ob ich alles richtig gemacht habe. 😉

Elf Elfchen und ein Superelfchen

Sommer

Sommer,
Ohne Badehose
Nicht ins Wasser,
Nass ist es trotzdem,
Erfrischend.

David Damm, 2020

Eines von elf Elfchen, geschrieben am 11. 11., dem Tag der Elfchen.

Die Kiefer

Eine Kiefer
Steht so schief da,
Wurzeln in den Grund gerammt.
Schaut nach Osten,
Hält den Posten
Bis die Sonne sich entflammt.

David Damm, 2016

Abend am Wannsee

Die Blässgänse fiepsen,
Ein Motorboot dröhnt,
Die Sonne versinkt hinterm Wald.
Eine Entenfamilie schwimmt über den See,
Sechs Schwäne wie Perlen auf einer Schnur.
Ein goldener Streif geht steil in den Himmel,
Und silbern glänzen die Wolken.

Die Wellen plätschern seicht an die Mole,
Der BVG-Dampfer fährt hupend in den Wannseehafen ein,
Durch die Fenster scheint ungehindert das letzte Licht.
Die Sonne brennt ein schmales Loch durch die Wolken,
Die Sonne – ein feuerrotes Ei.
Der Wind flaut ab,
Ein Segelboot streicht das Segel ein.

Die Bootmasten im Hafen stehen still,
Auf ihren Einsatz wartend wie unbenutzte Bleistifte.
Zweihundert Stare folgen im Zickzack der versunkenen Sonne.
Raben und Möwen ziehen nach Norden,
Die Havel hinauf nach Spandau,
Am Strandbad Wannsee vorbei,
Wo die Strandkörbe dem See ihre Rücken zeigen.

David Damm, 2016

Erntezeit

Die Sonne steht über den Fluren,
Die Ähren so golden und prall,
Die Bauern verbringen’s Getreide
Und lagern es trocken im Stall.

Die Blätter der Bäume verfärben
Und schillern so gelblich im Wind,
Ach, könnt‘ ich dem Herbste entrinnen,
Er macht mein Gemüte so blind.

David Damm, 2016

Aufblauend

Die Sonne blaut den Himmel auf,
Es scheint der Regenbogen,
Und gäb‘ es einen Weg hinauf,
Wär‘ ich längst umgezogen.

David Damm, 2016

Sonnenschein

Guten Morgen, strahlender Sonnenschein,
Bringst klares Licht in mein Leben hinein,
Errettest mich aus dem Dunkel der Nacht,
Bist der Stern am Himmel, der zu mir lacht.

David Damm, 2007

Sonnentag

Zwischen Grün behängten Bergen
Liegt ein Dorf im tiefen Tal,
Auf der Turmuhr schlägt es Sieben
Mit dem ersten Sonnenstrahl.

Ich spaziere durch die Straßen,
Mit der Sonne im Genick,
Grüße Freunde und genieße
Jeden warmen Sonnenblick.

Hinter’m Fluss am alten Garten,
Wo die Blumen zart gedeih’n,
Treff ich dich auf uns’rer Banke,
Ja, nur dich, mein Sonnenschein.

Ganz gewiss halt‘ ich dein Händchen,
Und ich schau in dein Gesicht,
Ach, wie brennt’s in mir so fröhlich –
Vorsicht vor dem Sonnenstich!

David Damm, 2016

Sonnenbogen

Sonnenbogen bunt verwischt
Vertreibt das nimmersatte Grau,
Mondes Schein im Glanz erlischt,
Glitzert schwach im Morgentau.

David Damm, 2013