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Sommerweisheit

Ich quälte mich seit vielen Tagen
Mit merkwürdigen Sinnesfragen,
Wieso, weshalb, warum ist’s so,
Macht Klugheit dumm und Dummheit froh?

Nach ewig langen Grübeleien
Konnt‘ ich mich von der Qual befreien,
Denn als ich in den Spiegel sah,
Entdeckte ich ein Tier im Haar.

Erst unterm Rastermikroskop
Sah ich, wie’s seine Mütze hob:
Es war ein klitzekleiner Floh
Mit einem Hut aus blondem Stroh.

Fortan werd‘ ich auch Hüte tragen,
Dann wird mich nie mehr Juckreiz plagen,
Denn dieser Floh hat’s schlau erkannt,
Ein Hut schützt vor dem Sonnenbrand.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Strohhut« verfasst.

Nashörner

Nashörner,
Altzeitliche Tiere,
Trotzten allen Gefahren
Und wurden trotzdem ausgerottet –
Raritäten.

David Damm, 2021

Dieses Elfchen entstand im Rahmen der Aktion #ElfchenZumElften von „Dein Poet“ zum Thema Natur.

Trocken

Trocken,
Ein Reptil
Im kahlen Gestein,
Chamäleon hofft auf Regen,
Heute.

David Damm, 2020

Eines von elf Elfchen, geschrieben am 11. 11., dem Elfchen-Tag.

Des Menschen Freund

Wenn den Menschen Zweifel plagen,
Was ist richtig und was nicht,
Wird er einen Freund befragen,
Der durch Ehrlichkeit besticht.

Ist der Mensch bisweilen einsam
Und erhält kein Augenmerk,
Sehnt’s ihm dennoch nach Gemeinsam:
Zuneigung und Liebeswerk.

Wenn der Mensch durch große Schmerzen
Seine Seele fest umzäunt‘,
Wünscht er sich in seinem Herzen
Einen immertreuen Freund.

Hat der Mensch den Freund gefunden,
Der ihm diese Dinge schenkt,
Bleibt er ihm allzeit verbunden,
Froh und dankbar – unbeschränkt.

Übrig bleibt die letzte Frage,
Wo man solche Freunde trifft?
Glaubt ihr mir, wenn ich euch sage,
Unter Menschen sicher nicht?

David Damm, 2016