Die Bluse – frisch und unbenutzt –
Gebügelt und herausgeputzt,
Begab sich auf den Weg zum Tanz,
Sie liebte Blues von Big Brass Bands,
Sie drehte sich im Blätterwind,
Der Abend herrlich lau und lind.
Da blies ein Bläser – mit Verlaub –
Die bunten Blätter und den Staub
Wie ein Orkan zum Bürgersteig,
Es wirbelten die Birkenzweig‘,
Mit zweifelhaftem Resultat:
Der Bluse platzten Knopf und Naht.
Schon lange wollte ich mal ausprobieren, wie es ist, ein Buch selbst zu binden. Ein Buch, geformt mit den eigenen Händen ist wohl die Krönung des kreativen Schreibens oder Zeichnens. Man bekommt die Möglichkeit, das Buch, das später mit Gedanken oder Bildern gefüllt werden soll, nach seinen eigenen Wünschen zu erschaffen – mir bot sich die Gelegenheit dazu bei einem privat organisierten Buchbinden-Workshop in Potsdam.
Zunächst bekamen wir eine Liste von Dingen, die man dafür braucht und die mitgebracht werden sollten. Selbstverständlich steht da das Blatt Papier ganz oben. Und damit beginnt auch die Qual der Wahl. Welche Papiergröße möchte ich nehmen? Es wird nachher halb so groß sein, weil es gefaltet wird. Möchte ich unterschiedliche Papiergrößen oder Papier von der Rolle kombinieren? Welche Sorten von Papier dürfen es sein: Aquarellpapier, Skizzenpapier, Schreibpapier? Wie stark soll das Papier sein? Rauhes oder glattes? Weißes, schwarzes oder farbiges Tonpapier? Transparentpapier?
Desweiteren wird kräftige Pappe für die Buchdeckel benötigt, Papier oder Stoff zum Beziehen der Buchdeckel, Sticktwist (in beliebiger Farbe) oder Buchbindegarn, ein Teelicht, eine Nadel, Falzbein, Schere, Kleber, Lineal, Stift, Schneidmatte oder Stück Holz und Ahle. Und am allerbesten auch eine Schneidemaschine, um mehrere Blatt Papier und die Pappe auf Maß bringen zu können.
Vogelart, die ein kuschliges Nest bevorzugt und auf warmen Heizungsrohren nistet. Gegenüber der gewöhnlichen Rohrdommel hat sie den Vorteil, dass sie mehrmals im Jahr brüten kann, insbesondere in kalten Jahreszeiten. Sie ist in vielen Wohnungen heimisch und sesshaft geworden.
Manche Heizungsrohrdommel verirrt sich jedoch und nistet in stillgelegten Rohren. Dafür muss sie zwar auf die Fernwärme verzichten, hat aber immer eine trockene Stube. Nisten zudem zwei Heizungsrohrdommeln im gleichen Rohr am jeweils anderen Ende, ermöglicht ihnen dies eine unkomplizierte Kommunikation über weite Strecken hinweg.
Langsames Geschoss mit besonderer Durchschlagskraft. Durch die Ummantelung mit einem Schildkrötenpanzer ist die Panzerabwehrrakete vor extremer Fremdeinwirkung geschützt, so dass sie von keinem Waffensystem der Welt zerstört werden kann.
Durch die geringe Fluggeschwindigkeit verfehlt sie jedoch nahezu einhundertprozentig ihr Ziel, da dieses in der Zwischenzeit längst über alle Berge ist.
Es schritt eine Dame durch Altenberge,
Als sie plötzlich schreckliche Falten bemerkte,
Im Schaufensterglas,
Was sie arg zerfraß,
So dass sie den Rock mit Metall verstärkte.
Ich habe nicht schlecht gestaunt, als Audrey von »Audrey im Wanderland« mir vor einiger Zeit den Mystery Blogger Award verliehen hat.
Vielen, vielen Dank! 🙂
Auch wenn dieser Award ein bisschen wie ein Kettenbrief daher kommt, möchte ich ihre Bitte nicht abschlagen und mich ihren Fragen stellen. Ehrensache! Hoffentlich kommen jetzt nicht andere auf die gleiche Idee und überschwemmen mich mit Nominierungen. Ein Award pro Jahr reicht doch völlig. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird ja schließlich auch nur einmal im Jahr vergeben. 😉
Der Award
Der Mystery Blogger Award wurde von Okoto Enigma erfunden. Sie ist selbst Bloggerin und hatte irgendwann die Idee, ihren Followern richtig gute Blogs vorzustellen, die sie selbst regelmäßig liest, die aber ihren Lesern vielleicht noch unbekannt waren. Gleichzeitig sollte damit einfach »Dankeschön« für die unzähligen lesenswerten Beiträge gesagt werden.
Die Nominierung
Ich wurde von Audrey nominiert und möchte sie euch kurz vorstellen. Audrey läuft gerne. Sie unternimmt am liebsten Mehrtageswanderungen (man könnte auch sagen: Mehrwochenwanderungen) und schildert ihre Erlebnisse so lebendig und unterhaltsam, dass man glaubt, man hätte die Wanderung mit ihr gemeinsam erlebt. Wenn eine Tagesetappe einfach nur öde ist, sie niemandem begegnet und zu allem Überfluß das Wetter nervt, dann schafft sie es in jeder noch so aussichtslosen Situation mit ihren inneren Monologen und verrückten Gedanken ein Schmunzeln beim Leser hervorzuzaubern.
Ich bedanke mich recht herzlich bei dieser jungen Dame, die mich mit den folgenden Worten nominiert hat:
David von Silbenton, dessen Wortwitz in seinen teils kleinen Zeilen so groß ist, dass ich mir wünschte, selbst darauf gekommen zu sein, muss ich ebenfalls dringend nominieren, denn er bringt mich mit seinen Texten immer wieder zum Lachen.
Gestern am frühen Abend hatte es über Berlin Regen und Gewitter gegeben, was sich schon zur Mittagszeit mit seltsam bedrohlichen Wolkenformationen andeutete. Ich war unterwegs, sah in den Himmel und dachte zunächst: wie schön, ein Regenbogen. Mich wunderte nur, dass der so blass war und die Sonne auch gar nicht in meinem Rücken stand. Ich sah genauer hin und stellte fest, dass es sich um einen Ring handelte, der eine Wolke fest umschloss. Und siehe da, links davon, etwas schwächer, gab es weitere Ringe. Faszinierend! Ich schoss ein Beweisfoto und betrachtete das Schauspiel noch einen Augenblick. Meine Phantasie wurde beflügelt und suggerierte mir bald darauf ein schwebendes Raumschiff über Berlin. Das Raumschiff Enterprise!
Möglicherweise handelt es sich hierbei um das Wetterphänomen der Lenticularis-Wolken (Linsen-Wolken). Was mich jedoch irritiert: eine Internetsuche brachte hervor, dass diese in der Nähe von Bergen oder Gebirgen entstehen. Weiß jemand mehr dazu?
Es lebte ein Meister in Kaiseritz,
Der saß auf ’nem Kissen im Schneidersitz,
Von morgens bis spät
Hat er nur genäht,
Heraus kam ein schrecklicher Kleiderwitz.
Schöner weißer Winterwald,
Wo bist du? Es ist so kalt,
Wünscht‘, ich könnte Wandern gehen,
Deine weiße Welt besehen,
Schritt für Schritt durch tiefen Schnee
Stapfend zum gefror’nen See.
Schöner weißer Winterwald,
Rasch, sonst kommt der Frühling!