Silbenton

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Schlagwort: nacht (Seite 2 von 2)

Sterne

Es funkeln und leuchten da oben,
Die Sterne, die nachts hingeschoben,
Und wenn einer fällt
Vom Sternhimmelszelt,
Sind Tausende längst neu geboren.

David Damm, 2016

Feuerwerkersinfonie

Hunderte Raketen zischen
Aus dem glühend Abschussrohr,
Pfeifen, krachen, explodieren,
Steigen in die Nacht empor.

Feuerwirbel, Herzen, Kugeln
Flimmern, blinken, blitzen grell,
Tanzballett zu lauten Klängen,
Melodiöses Karussell.

Sterne, die am Himmel leuchten,
Klein und groß und kunterbunt,
Zahllos flinke Schweifkometen,
Glitzern in der Abendstund‘.

David Damm, 2016

Feuerwerkersinfonie Collage

Erdbeermond

Im Juni des Jahres zur Mittsommernacht
Erscheint er so völlig in rundlicher Pracht,
Er schiebt seine Kugel den Himmel hinan,
Damit ihn ein jeder beobachten kann.
Die Wangen frech glühend, die Nase fast rot,
Ein leuchtender Bernstein im Halteverbot.
Er dreht seine Runde am Tag und zur Nacht,
Er strahlt unermüdlich und lächelt und lacht.

David Damm, 2016

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Der dicke Mann

Die Nacht nach dem längsten Tag des Jahres bricht kurz nach zehn in Berlin-Tempelhof an. Der Mond steht tief und voll am fast dunklen Himmel über dem Feld. Schleierwolken trüben den Blick.
Ein Mann mit einem Bauch so groß und rund wie der Vollmond sitzt auf einem Vierersitz in der Ringbahn. Er grummelt und fährt sich mit der Hand über die nahezu vollendete Glatze. Die verbliebenen grauen Haare an den Seiten hat er wachsen lassen und hinter dem Nacken zu einem schmierigen Zopf gebunden. Er schaut auf seinen Bauch, streicht darüber und spricht in tiefem Ton zu ihm. Ein Blick aus dem Fenster, nur einen kurzen Moment, dann winkt er ab. Er brabbelt vor sich hin und winkt erneut kopfschüttelnd.
Er kippt seinen Oberkörper vorne über und fasst sich zunächst an die linke, dann an die rechte Ferse, als wolle er prüfen, ob seine Füße in der Zwischenzeit nicht weggelaufen seien. Er sieht auf die Uhr, schüttelt den Kopf und murmelt etwas von halb elf. Dann erhebt er sich, als wolle er aussteigen. Er greift seine riesige Plastiktasche und wankt durch den Wagen. Doch statt zur Tür zu gehen, entdeckt er zwei Sitzreihen entfernt eine einsam auf dem Boden stehende Papiertüte von Primark. Er setzt sich neben die Tüte, legt seine Tasche ab und hebt die Tüte auf seinen Schoß. Mit den klobigen Händen hält er die zarten Henkel weit auseinander und inspiziert das Innere. Dann stellt er sie vor sich auf den Boden zurück. Wenig später greift er wieder zu. Er schaut hinein, die Tüte raschelt. Er entscheidet sich, sie zwischen den Beinen abzustellen und festzuhalten. Ab und zu brabbelt er, sieht sich um und blickt auf die Uhr. Es ist 10 vor halb 11. Haltestelle Insbrucker Platz steigt er mit Tasche und Tüte aus.

Sonnenschein

Guten Morgen, strahlender Sonnenschein,
Bringst klares Licht in mein Leben hinein,
Errettest mich aus dem Dunkel der Nacht,
Bist der Stern am Himmel, der zu mir lacht.

David Damm, 2007

Die letzte Nacht

Die schmale Sichel des Mondes hing knapp über den Dächern und leuchtete in Karls Kinderzimmer hinein. Sein Bett stand nah am Fenster. Er blickte durch die Fenstersprossen und die leeren Baumzweige hindurch zum Himmelszelt. Der Mond senkte sich und die Sterne zeigten ihr Funkeln. In der Straße wurden einige der letzten Gaslaternen der Stadt entzündet.
Karl hörte das Herabdrücken einer Türklinke. Er blickte zur Tür und sah, wie das Licht im Türspalt erlosch. Die Eltern zogen sich in das nebenan liegende Schlafzimmer zurück und die Wohnung verfiel in einen tiefen, ruhigen Schlaf.
Karl wälzte sich in seinem Bett hin und her und fand keine geeignete Schlafposition. Wie hätte er auch nur schlafen können? Morgen ist der Heilige Abend – endlich! Seit Wochen erwartete er ihn sehnsüchtig. Seine Gedanken kreisten um seine Wünsche und die Geschenke, die er sich erhoffte. Ob er dieses Jahr endlich den ferngesteuerten Truck bekäme? Er malte sich aus, wie er ihn noch am Nachmittag ausprobieren wolle, draußen auf dem Sportplatz. Wenn es dann schon dunkel wäre, würde er die Scheinwerfer und die Beleuchtung einschalten. Mit Vollgas könnte er Runde um Runde auf der Tartanbahn drehen und die Vögel, die ihm in die Quere kämen, würde er mit dem mächtigen Signalhorn verscheuchen. Ein breites Grinsen huschte über sein Gesicht. Weiterlesen

Halloween

Hörst du schon die Krähen krächzen?
Und die knorren Äste ächzen?
In dem dunklen tiefen Wald
Wohnt die Hexe, holt dich bald!

Warte bis zur Abendstunde,
Geister drehen ihre Runde!
Und die Finsternis der Nacht
Wird durch Kerzenschein entfacht.

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Poesie der Nacht

Die Poesie der Nacht
Schmiegt sich in deine Arme,
Umklammert dein vertrocknetes Herz,
Um es bis zum nächsten Morgen
Aufblühen zu lassen.

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Thema von Anders Norén.