Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: nacht (Seite 1 von 2)

Augenblick IV – Winter

Jede Nacht starrt sie in die Ferne,
Trotzt Wind, Schnee und Eis.
Betrachtet so den Sternenhimmel,
Umgeben von schillerndem Weiß.
Der Winter zerrt an ihren Kräften,
Doch sie gibt ihn niemals auf,
Aug’ in Aug’ sehen sie sich an,
Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Tränen rollen über ihre Wangen,
Ein heftiger Sturm kommt auf,
Gefrieren zu funkelnden Perlen,
Zersplittern und fliegen hinauf.
Im glitzernden Dunkel der finsteren Nacht
Erstrahlt die Hoffnung und scheint,
Im Sternzeichen der fischenden Rose
Auf ewig beisammen vereint.

David Damm, 2005

Hiermit endet das Gedicht vom Fisch und der Rose. Zum Nachlesen der vorherigen Teile gehts hier zum Frühling, Sommer und Herbst.

Kleiner Stern

In jeder dunklen klaren Nacht,
Die Sterne hoch am Himmelszelt,
Mit Glitzerfunkeln still bedacht,
Bereisen strahlend diese Welt.

Der Mond erwacht mit gelbem Schleier,
Selbst müde grüßt er die Planeten,
Winkt zag der hübschen Cassiopeia,
Im Flug umtanzt von Schweifkometen.

Und dann ein Stern, so hell und klein,
Steht da, von mir berührt, und lacht,
Und leuchtet tief ins Herz hinein,
Tagaus, tagein und Nacht für Nacht!

David Damm, 2008

Sternschnuppenschauernacht

Sternschnuppenschauernacht

Sterne

Es funkeln und leuchten da oben,
Die Sterne, die nachts hingeschoben,
Und wenn einer fällt
Vom Sternhimmelszelt,
Sind Tausende längst neu geboren.

David Damm, 2016

Feuerwerkersinfonie

Hunderte Raketen zischen
Aus dem glühend Abschussrohr,
Pfeifen, krachen, explodieren,
Steigen in die Nacht empor.

Feuerwirbel, Herzen, Kugeln
Flimmern, blinken, blitzen grell,
Tanzballett zu lauten Klängen,
Melodiöses Karussell.

Sterne, die am Himmel leuchten,
Klein und groß und kunterbunt,
Zahllos flinke Schweifkometen,
Glitzern in der Abendstund‘.

David Damm, 2016

Feuerwerkersinfonie Collage

Erdbeermond

Im Juni des Jahres zur Mittsommernacht
Erscheint er so völlig in rundlicher Pracht,
Er schiebt seine Kugel den Himmel hinan,
Damit ihn ein jeder beobachten kann.
Die Wangen frech glühend, die Nase fast rot,
Ein leuchtender Bernstein im Halteverbot.
Er dreht seine Runde am Tag und zur Nacht,
Er strahlt unermüdlich und lächelt und lacht.

David Damm, 2016

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Der dicke Mann

Die Nacht nach dem längsten Tag des Jahres bricht kurz nach zehn in Berlin-Tempelhof an. Der Mond steht tief und voll am fast dunklen Himmel über dem Feld. Schleierwolken trüben den Blick.
Ein Mann mit einem Bauch so groß und rund wie der Vollmond sitzt auf einem Vierersitz in der Ringbahn. Er grummelt und fährt sich mit der Hand über die nahezu vollendete Glatze. Die verbliebenen grauen Haare an den Seiten hat er wachsen lassen und hinter dem Nacken zu einem schmierigen Zopf gebunden. Er schaut auf seinen Bauch, streicht darüber und spricht in tiefem Ton zu ihm. Ein Blick aus dem Fenster, nur einen kurzen Moment, dann winkt er ab. Er brabbelt vor sich hin und winkt erneut kopfschüttelnd.
Er kippt seinen Oberkörper vorne über und fasst sich zunächst an die linke, dann an die rechte Ferse, als wolle er prüfen, ob seine Füße in der Zwischenzeit nicht weggelaufen seien. Er sieht auf die Uhr, schüttelt den Kopf und murmelt etwas von halb elf. Dann erhebt er sich, als wolle er aussteigen. Er greift seine riesige Plastiktasche und wankt durch den Wagen. Doch statt zur Tür zu gehen, entdeckt er zwei Sitzreihen entfernt eine einsam auf dem Boden stehende Papiertüte von Primark. Er setzt sich neben die Tüte, legt seine Tasche ab und hebt die Tüte auf seinen Schoß. Mit den klobigen Händen hält er die zarten Henkel weit auseinander und inspiziert das Innere. Dann stellt er sie vor sich auf den Boden zurück. Wenig später greift er wieder zu. Er schaut hinein, die Tüte raschelt. Er entscheidet sich, sie zwischen den Beinen abzustellen und festzuhalten. Ab und zu brabbelt er, sieht sich um und blickt auf die Uhr. Es ist 10 vor halb 11. Haltestelle Insbrucker Platz steigt er mit Tasche und Tüte aus.

Sonnenschein

Guten Morgen, strahlender Sonnenschein,
Bringst klares Licht in mein Leben hinein,
Errettest mich aus dem Dunkel der Nacht,
Bist der Stern am Himmel, der zu mir lacht.

David Damm, 2007

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