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Schlagwort: liebe (Seite 1 von 3)

Kopfsprung

Zuerst mit Händen, Armen, Kopf,
Dann Körper, Beinen, Füßen,
Tauch ich, ab-auf, mit nassem Schopf,
Und zwinker zu der Süßen,
Die da am Beckenrand mit Zopf
Zu mir herüber lächelt,
Von meiner Nase perlt ein Tropf‘,
Ich hab nicht abgeschwächelt.
Stolz schlägt mein Herz, macht laut klopf, klopf,
Marianne kommt aus Meckel,
Vielleicht bin ich ihr Suppentopf
Und sie mein Kochtopfdeckel.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Kopfsprung« verfasst.

Der Romantiker

Der Franz ist ein Romantiker,
Er liebt die Frauen wirklich sehr,
Doch eines mag er noch viel mehr:
Das endlos weite, wilde Meer.

So ist auch niemand arg erstaunt,
Dass Franz besonders gut gelaunt,
Wenn alles Glück zusammentrifft:
Dann packt es ihn und er den Stift.

Daheim schreibt er in süßen Zeilen,
Was er gedenkt ihr mitzuteilen,
Wenn sie sich seh’n am weißen Strand,
Wo er dann greift nach ihrer Hand.

Es braucht kein Geld und keine Firmen:
Spaziergang unter Sonnenschirmen
Zum Sonnenuntergang am Meer,
Und eine Frau, die Mann begehrt.

Die Sonne sinkt, die Nacht bricht an,
Die Sterne funkeln irgendwann,
Und beide wissen insgeheim,
Die Liebe kann für immer sein.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Sonnenuntergang« verfasst.

Brittas Wunsch

Zuhause sitzt Britta am Tisch und ist still,
Sie grübelt, was sie vom Leben noch will.
Der Ritter von gestern war echt Overkill,
Bestellte im Cafe ’ne Suppe mit Krill,
Und erst seine Zither, die klang schrecklich schrill,
So einen braucht sie nicht als täglichen Thrill.

Doch wohnt nebenan nicht der niedliche Phil,
Auf seiner Fensterbank steht ein Topf Dill,
Und hatte der nicht ’nen elektrischen Grill?
Na klar, das ist es, was Britta jetzt will!
Der Phil ist so lieb, der kann kein Unbill –
Sofort klingelt Britta bei ihm und will chill’n.

David Damm, 2021

Mit diesem Gedicht ist die kleine Britta-Trilogie komplett. Alle drei Gedichte (dieses, Blind Date und Brrrrr) wurden von mir noch mit einem comicartigen Bild versehen.

Blind Date

Eine junge Frau, ihr Name ist Britta,
Geht nachmittags in ein Cafe,
Verabredet ist sie mit einem Ritter,
Vielleicht eine dumme Idee?

Er ist schon da und spielt auf der Zither,
Die Rüstung, die rostet und quietscht,
Ein trauriger Anblick, kein Glamour und Glitter,
Womit hat sie das nur verdient?

Sie bestellt sich Kaffee und Mandelsplitter,
Der Anstand gebietet es ihr,
Der Kuchen ist trocken, der Kaffee ist bitter,
Rasch zahlt sie, es ist kurz nach Vier.

Beim Gehen verfängt sich ihr Absatz im Gitter,
Sie schwankt und greift nach dem Tisch,
Die Tischdecke fliegt und der Kaffee Melitta
Ergießt sich dem Ritter im Schritt.

David Damm, 2021

Mandy

Mandy und Andy lieben Brandy,
Aber Sandy liebt nur Mandy.

David Damm, 2020

Prost! 🙂 Und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Frauenschwarm

George Clooney ist ein Frauenschwarm,
Doch ich bin Frauenschwärmer,
Denn wenn ich eine Hübsche seh‘,
Glüht mir mein Herz stets wärmer.

David Damm, 2020

Mohnliebe

Siehst du den Mohn im Feld dort stehn?
Er kann nicht fort, er kann nicht gehn.

Er winkt mir zu von Wies‘ und Feld,
Wo Korn wächst für das Brot der Welt.

Doch welch ein Ziel hat Mohn im Sinn?
Er ist nur schön und gibt sich hin.

Sein Stiel ist grün, das Blatt ist rot,
Er blüht und blüht bis zu dem Tod.

Der Mohn schwingt hin, zur Seit‘ und her,
Jetzt lieb ich ihn im Wind noch mehr.

Er reckt und streckt sich hin zum Licht,
Nur feucht und nass, das mag er nicht.

Er strahlt selbst nachts bei Mond und Stern,
Drum hab ich Mohn in rot so gern.

David Damm, 2020

Ein einsilbiges Gedicht im Rahmen des Lyrimo (Lyrikmonat).

Schluss

Du gabst mir auf den Mund ’nen Kuss,
Doch weil ich nun weit fort gehn muss,
Ist mir mein Herz so leer und schwer,
Es weiß, du kommst nicht mit – nie mehr.

David Damm, 2020

Ein einsilbiges Gedicht im Rahmen des Lyrimo (Lyrikmonat).

Posen

Ein Liebhaber liebte in Posen
Die Blumen und wildroten Rosen,
Er riss sie flink aus,
Und trug sie nach Haus,
Verpackt in zwei Blechbutterdosen.

David Damm, 2019

Abschied

An einem Morgen fand ich Spuren im Sand,
Und ich wusste, es waren die deinen,
Der Wind blies die Wellen über den Strand,
Und ich musste fürchterlich weinen –
Bis das Sandkorn aus meinem Auge verschwand.

David Damm, 2019

Verliebt, verlobt, verheiratet


In unserer modernen Zeit
Ist’s gar nicht ungewöhnlich,
Wenn du dir einen Partner suchst,
Per Smartphone, nicht persönlich.

Die App ist zügig installiert,
Ein Klick im Internet,
Die Finger wischen links und rechts,
Du tippst geschwind im Chat.

Die Bits und Bytes schwirr’n hin und her,
Ihr funkt auf einer Welle,
Und ständig wenn die App vibriert,
Schlägt’s Herz ein wenig schnelle.

Die virtuelle Welt ist schön,
Doch in real ist’s schöner,
D’rum läd er dich zum Essen ein,
Mit Stil beim Italiener.

Die Sterne leuchten ach so hell,
Der See lockt zum Spazieren,
Er greift nach deiner zarten Hand,
Dich scheint’s zu amüsieren.

Und irgendwann, da sitzt ihr zwei
Gekuschelt vor’m Kamin,
Der erste Kuss, ein Funkenflug,
Bis beide Herzen glüh’n.

Nach Jahren eurer Zweisamkeit
Mit vielen glücklich‘ Stunden,
Wollt ihr die Liebe heut‘ so schön
Mit einem »Ja« bekunden.

David Damm, 2017

Philharmonie

Sie wuschelte durch Phils Haar, Moni lachte,
Tausend Diamanten funkelten,
Und soviel Harmonie durchströmte ihre Brust,
Dass sie am liebsten vor Glück
In die Wellen am Ufer
Der Philharmonie gesprungen wäre.

David Damm, 2017

Tausend Meilen

Tausend Meilen will ich gehn,
Nur um dich ganz nah zu sehn,
Dich in meinen Armen halten
Und die Zukunft mitgestalten.

David Damm, 2005

Zwiegespräch im Zoo

Es stand in einem Zoo allein
Ein Flamin-Go auf einem Bein.
Das Känge-Ruh sprach durch den Zaun:
»Nun sieh mal zu, du armer Clown,
Nimm deine Beine in die Hand,
Zieh Leine in ein fernes Land!«

»Das ist so leicht dahin gesagt,
Ich fühl mich wohl und bin gefragt,
Mein pinkes Kleid hab ich drapiert
Und flink werd ich fotografiert,
Die Gäste seh’n mich staunend an,
Weil ich das Steh’n am schönsten kann.«

»Du selbstgerechtes Vögelein,
Sei nicht so dumm, du bist allein,
Willst du denn nicht ein Herz berühr’n?
Und Liebe in den Federn spür’n?«
Da wandte sich der Flamin-Go
Und zeigt‘ pikiert den pinken Po.

David Damm, 2017

Vergieß mein nicht

Vergieß mich,
Vergieß mich nicht,
Vergieß mich,
Vergieß mich nicht,
Vergieß mich,
Vergieß mich nicht,
Vergieß mich –
Dachte das

Wasser
In der
Gieß
k
a
n
n
e

David Damm, 2017

1000 Tulpen

Tausend Tulpen steh’n da draußen
Vor der Tür und künden dir
Von dem Frühling meines Herzens
Und der Sehnsucht, die floriert.

David Damm, 2017

Wegweiser

Es brennt ein Lichtlein auf dem Sims,
Das Fenster steht geöffnet,
Und wenn der Wind nur leise geht,
Dann findest du den schmalen Weg
Zu meines Herzens Pforte.

David Damm, 2017