Ich möchte deine Haut bedecken, Mit Küssen, leidenschaftlich, wild, Und zärtlich deine Lippen necken. Und werd‘ ich deine Haut bedecken, Trägst du bald tausend Knutscheflecken Bis meine Sehnsucht ganz gestillt. Ich werde deine Haut bedecken, Mit Küssen, leidenschaftlich, wild.
Die Blicke gehen hin und her, Wir fahren mit dem Zug ans Meer, Es ist die erste Reise. Wir sitzen da, du neben mir, Und lachen laut, ich neben dir.
Die Worte sprudeln unaufhörlich, Sie gehen tief, sind klar und ehrlich, Dein Mund formt sie mit weichen Lippen, Und noch bevor sie ausgesprochen, Fühl’n wir, wie uns’re Herzen pochen.
Mit deinem wachen, feinen Wesen, Schaffst du’s wie in ’nem Buch zu lesen, Und schätzt ein jedes Wort gespannt. Du liest in mir, liest jede Seite, Weil sie dir Freude, Glück bereite.
Dein langes, volles, silbrig Haar Umschmeichelt dein Gesicht, ganz nah, Die dunkelbraunen Augen, Ich schau hinein, verlier‘ mich drin, Weil ich ein Mann und Träumer bin.
Wir zwei steh’n dicht, wir steh’n am Strand, Wie gerne nähm‘ ich deine Hand Und hätt‘ sie fest gehalten. Doch Engelwesen, wie sie sind, Kann man nicht greifen – wie der Wind.
Als du mich umarmtest, Strichst du über meinen Rücken, Berührtest mich und mein Herz – Wie glücklich muss derjenige sein, Den du darfst täglich drücken.
Ich mag, die Gipfel zu erklimmen, Ich mag, durch breite Flüsse schwimmen, Ich mag, auf wilden Pfaden gehen, Ich mag, viel von der Welt zu sehen, Ich mag, wie Schmetterlinge fliegen, Ich mag, faul auf der Haut zu liegen, Ich mag, wenn’s draußen stürmt und blitzt, Ich mag, wenn du hier bei mir sitzt, Ich mag kein schlechter Dichter sein, Doch mehr als dich mag ich den Wein.
Wenn nur jeder, der sich wünscht, Dass an Weihnacht unbedingt, Schnee aus Wolken fallen müsse Statt der nassen Regengüsse, Wenn nur jeder, der dies wünscht, Seine Wünsche und Gedanken Widmete den Schwachen, Kranken, Hätten wir mit Nächstenliebe Alles was zu wünschen bliebe.
Zuerst mit Händen, Armen, Kopf, Dann Körper, Beinen, Füßen, Tauch ich, ab-auf, mit nassem Schopf, Und zwinker zu der Süßen, Die da am Beckenrand mit Zopf Zu mir herüber lächelt, Von meiner Nase perlt ein Tropf‘, Ich hab nicht abgeschwächelt. Stolz schlägt mein Herz, macht laut klopf, klopf, Marianne kommt aus Meckel, Vielleicht bin ich ihr Suppentopf Und sie mein Kochtopfdeckel.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Kopfsprung« verfasst.
Zuhause sitzt Britta am Tisch und ist still, Sie grübelt, was sie vom Leben noch will. Der Ritter von gestern war echt Overkill, Bestellte im Cafe ’ne Suppe mit Krill, Und erst seine Zither, die klang schrecklich schrill, So einen braucht sie nicht als täglichen Thrill.
Doch wohnt nebenan nicht der niedliche Phil, Auf seiner Fensterbank steht ein Topf Dill, Und hatte der nicht ’nen elektrischen Grill? Na klar, das ist es, was Britta jetzt will! Der Phil ist so lieb, der kann kein Unbill – Sofort klingelt Britta bei ihm und will chill’n.
David Damm, 2021
Mit diesem Gedicht ist die kleine Britta-Trilogie komplett. Alle drei Gedichte (dieses, Blind Date und Brrrrr) wurden von mir noch mit einem comicartigen Bild versehen.
Eine junge Frau, ihr Name ist Britta, Geht nachmittags in ein Cafe, Verabredet ist sie mit einem Ritter, Vielleicht eine dumme Idee?
Er ist schon da und spielt auf der Zither, Die Rüstung, die rostet und quietscht, Ein trauriger Anblick, kein Glamour und Glitter, Womit hat sie das nur verdient?
Sie bestellt sich Kaffee und Mandelsplitter, Der Anstand gebietet es ihr, Der Kuchen ist trocken, der Kaffee ist bitter, Rasch zahlt sie, es ist kurz nach Vier.
Beim Gehen verfängt sich ihr Absatz im Gitter, Sie schwankt und greift nach dem Tisch, Die Tischdecke fliegt und der Kaffee Melitta Ergießt sich dem Ritter im Schritt.
Du gabst mir auf den Mund ’nen Kuss, Doch weil ich nun weit fort gehn muss, Ist mir mein Herz so leer und schwer, Es weiß, du kommst nicht mit – nie mehr.
David Damm, 2020
Ein einsilbiges Gedicht im Rahmen des Lyrimo (Lyrikmonat).