Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Schlagwort: reim (Seite 1 von 4)

Der Patzer

Mein Kumpel namens Matze
Trägt unterm Käppi Glatze,
Sein allerliebster Schatze
Ist seine Schmusekatze.
Am Poolrand sitzt ein Spatze
Und zwitschert ein Geschwatze,
Im Rasen ruht der Matze
Auf seiner Luftmatratze.
Er schnarcht, macht ratze ratze,
Da langweilt sich die Katze,
Nimmt ihr scharfe Tatze,
Und los gehts mit Gekratze.
Mit einem festen Satze,
Erwacht der müde Matze,
Denn seine Luftmatratze
Tat plötzlich laut zerplatzzzzze.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Luftmatratze« verfasst.

Sandro Sandaletti

Im Sommer trag ich Sandaletten,
Das sind sehr hübsche Schuhe,
Vor Damen kann ich mich nicht retten,
Sie geben keine Ruhe.

Sie kommen stürmisch auf mich zu
Und wollen ständig wissen:
Welch‘ Material hat dieser Schuh?
Wie schnell ist der zerschlissen?

Bei so viel Modeinteresse
Hol ich ein wenig weiter aus,
Damit ich kein Detail vergesse,
Ich arbeite im Fachkaufhaus.

Die Sohle ist aus weichem Kork,
Der Riemen echtes Leder,
Die Firma sitzt in Göteborg,
Zum Glück weiß das nicht jeder.

Im Frühjahr kommt die Kollektion
In neusten Trends und Farben,
Ich order sie am Telefon,
Und kann sie morgen tragen.

Als treuen Kunden kennt man mich
Und macht mir ein Geschenk,
Im Päckchen nämlich finde ich
Auch Socken für’s Gelenk.

Und schau’n sie nur wie leicht es geht
Hinein und rauszuschlüpfen,
Das Schuhwerk ist so fest vernäht,
Sie können damit hüpfen.

Woll’n sie es auch mal ausprobieren?
Sie sagen vielen Dank, ach, nein,
Die Hüfte schief vom Balancieren,
Die Füßchen schmal und viel zu klein.

Mit Flip Flops, Schlappen, Jesuslatschen
Kann man sich nicht blamieren,
Ich könnt noch lange drüber tratschen,
Doch nun geh ich flanieren.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Sandaletten« verfasst.

Auf großer Fahrt

Wie einst Tom Sawyer und Huckleberry Finn
Schippern wir auf dem Wasser der Havel dahin.
Am Wannsee schlagen die Wellen ans Floß,
Wir fürchten sie nicht, unser Mut ist so groß.

Wir spähen durchs Fernrohr zum Strandbad hinüber,
Dort gibt’s einen Schatz, unser Blut kocht vor Fieber.
Die Leute liegen wie Krebse am Strand,
Wir ankern und warten, geh’n erst nachts an Land.

Der Mond steht hoch und ist uns Laterne,
Wie Eisdiamanten funkeln die Sterne.
Die knittrige Karte weist uns den Weg,
Wir graben mit Spaten und Schaufel am Steg.

Schon bald stoßen wir auf ein hölzernes Gut,
Wir bergen die Truhe, brechen auf mit der Flut.
An Deck knacken wir mit dem Anker das Schloss:
Rost’ge Münzen, ein Seil und ein Wurfgeschoss.

Wir treiben flussabwärts noch tagelang,
Tauchen ein in die Wildnis mit Vogelgesang.
Der Fluss wird schmäler und windet sich bald,
Wir erzittern beim Heulen der Wölfe im Wald.

Entsetzt stellen wir eines Morgens fest,
Das Floß ist verfangen in Schling und Geäst.
Ein Seerosenteppich umschließt uns ganz,
Bis zum rettenden Ufer zwanzig Meter Distanz.

Wir binden den Haken an das Ende vom Seil,
Und schleudern ihn kräftig wie einen Pfeil.
Im siebten Wurf haben wir endlich Glück,
Er wickelt sich fest und kommt nicht mehr zurück.

Mit all uns’rer Kraft zieh’n wir an einem Strang,
Wir müssen uns sputen, der Ast hält nicht lang.
Wir zählen gemeinsam hinauf bis zur Drei,
Ein kräftiger Ruck und das Floß ist frei.

Wir stimmen vor Freude ein Seeliedchen an,
Und danken dem klugen Steuermann.
Das Schiffchen schaukelt wie auf hoher See,
Beim nächsten Mal fahren wir auf der Spree.

Mit Reichtum beschenkt, auch wenn ohne Gold,
Ist jedes Erlebnis des Entdeckers Sold:
Die Schatzkiste gefüllt mit Abenteuern
Von gierigen Schlangen und Seeungeheuern.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Abenteuer« verfasst.

Der Romantiker

Der Franz ist ein Romantiker,
Er liebt die Frauen wirklich sehr,
Doch eines mag er noch viel mehr:
Das endlos weite, wilde Meer.

So ist auch niemand arg erstaunt,
Dass Franz besonders gut gelaunt,
Wenn alles Glück zusammentrifft:
Dann packt es ihn und er den Stift.

Daheim schreibt er in süßen Zeilen,
Was er gedenkt ihr mitzuteilen,
Wenn sie sich seh’n am weißen Strand,
Wo er dann greift nach ihrer Hand.

Es braucht kein Geld und keine Firmen:
Spaziergang unter Sonnenschirmen
Zum Sonnenuntergang am Meer,
Und eine Frau, die Mann begehrt.

Die Sonne sinkt, die Nacht bricht an,
Die Sterne funkeln irgendwann,
Und beide wissen insgeheim,
Die Liebe kann für immer sein.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Sonnenuntergang« verfasst.

Endlich Sommer

Die Rosen sind ganz ausgebufft,
Verströmen Himbeerbrausenduft.
Schneeweiß die Erdbeerpflanzen blüh’n,
Die ersten Früchte sind noch grün.
Doch nicht mehr lange,
Denn es ist Sommer
Es ist endlich Sommer.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Himbeerbrause« verfasst.

Im Schwarzen Grund

Ein Reiher stand im Schwarzen Grund,
Die Schenkel des Frosches im Schlund,
Doch wurde die Mahlzeit gestört:
Spaziergänger auf ihrer Runde
Mit bellendem tobendem Hunde.
Der Reiher hob ab, unerhört!

David Damm, 2021

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Wonnemonat

Im frühlingshaften Monat Mai
Sah ich im Park ein Reh,
Ich dacht‘, es sei ein junges Kitz,
Es graste so benommen.
Erst bei dem Näherkommen
Erschrak ich, und dies ist kein Witz:
Der Rücken war befleckt mit Schnee,
Als wenn’s noch Winter sei.

David Damm, 2021

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Schneekristalle

Schneekristalle wirbeln, tänzen,
Draußen, wo es stürmt und schneit,
Auf den Tannen: Glitzern, Glänzen.
Schneekristalle wirbeln, tänzen,
Niemand sollt‘ den Winter schwänzen,
Seine weiße Herrlichkeit.
Schneekristalle wirbeln, tänzen,
Draußen, wenn es stürmt und schneit.

David Damm, 2021

Lockdown

Die Straßen und Gassen sind leer und verlassen,
Niemand geht raus zum Flanieren.
Vom Fenster aus sehe ich Füchse und Rehe,
Die Stadt gehört nur noch den Tieren.

David Damm, 2021

Atemlos

Wär ich jetzt am nördlichsten Pole,
Säß ich im Hafen auf der einsamen Mole,
Unter mir knärzte die faulige Bohle,
Überm Iglu wär Rauch schwarzer Kohle,
Am Himmel flöge eine traurige Dohle,
Neben mir läge eine scharfe Pistole,
Ich täte es nur der Menschheit zum Wohle:
Nie wieder sprühte ich Aerosole.

David Damm, 2021

Quarantäne

Die quirlige Qualle ist in Quarantäne,
Doch morgens vorm Frühstück putzt sie sich die Zähne,
Und kämmt vor dem Spiegel die wallende Mähne,
Ins hübsche Gesicht fällt ihr eine Strähne.

Die quirlige Qualle ist in Quarantäne,
Doch sie hatte eigentlich so viele Pläne,
Zum Einkauf am Markt mit Sprudelfontäne,
Zum Stadtpark, zum Teich, zum Füttern der Schwäne.

Die quirlige Qualle ist in Quarantäne,
Doch wäre sie gerne am Fluss, auch alleene,
Dort trieben die Bötchen, im Hafen die Kräne,
Die drehten sich rastlos und füllten Lastkähne.

Jetzt steht sie am Fenster und kriegt ’ne Migräne,
Am Baum klopft ein Specht, es fliegen die Späne,
Sie blickt auf die Uhr und verdrückt eine Träne,
Zwei Wochen sind um, adieu Quarantäne.

Sie freut sich und jubelt und springt auf die Beene,
Die quirlige Qualle war in Quarantäne,
Bevor ich’s vergesse und hier nicht erwähne
Die quirlige Qualle war in Quarantäne.

David Damm, 2020

Mandy

Mandy und Andy lieben Brandy,
Aber Sandy liebt nur Mandy.

David Damm, 2020

Prost! 🙂 Und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Frauenschwarm

George Clooney ist ein Frauenschwarm,
Doch ich bin Frauenschwärmer,
Denn wenn ich eine Hübsche seh‘,
Glüht mir mein Herz stets wärmer.

David Damm, 2020

Chorgesänge

Chorgesänge
Laut erschallen,
Aus geschmückten Häusern
Und Stuben und Hallen,
Singt!

David Damm, 2020

Das fünfte von 24 Weihnachtselfchen im kleinen Adventskalender von Silbenton. Morgen zum Nikolaus gibt es das erste weihnachtliche Superelfchen.

Donnerwetter

Von Westen zieht ein Sturm herbei,
Es windet und graupelt und schauert,
Es gibt kein Sonnenlicht im Mai,
Der Wetterfrosch hat nur gemauert.

David Damm, 2020

Dieser Kurzreim ist die Lösung zum Bilderrätselreim 1.

Vielen Dank an alle, die mitgerätselt haben. Ihr habt die Lösung wirklich schnell gefunden.

Bilderrätselreim 1

Heute versuche ich mal etwas neues: ich habe einen Reim zusammengebastelt und diesen in einem Bilderrätsel versteckt. An einigen Stellen könnte das Rätsel recht schwierig sein, aber vielleicht kommt ihr ja drauf. Ich wünsche euch viel Spaß beim Knobeln und bin gespannt, wer das Rätsel lösen kann. 🙂

Die Auflösung werde ich dann in den Kommentaren posten.

Großbeeren

Ein Taucher, daheim in Großbeeren,
Der träumte von tiefblauen Meeren,
Statt Wellen und Strand
Gab’s märkischen Sand
Und täglich die Einfahrt zu kehren.

David Damm, 2020