Wenn nur jeder, der sich wünscht, Dass an Weihnacht unbedingt, Schnee aus Wolken fallen müsse Statt der nassen Regengüsse, Wenn nur jeder, der dies wünscht, Seine Wünsche und Gedanken Widmete den Schwachen, Kranken, Hätten wir mit Nächstenliebe Alles was zu wünschen bliebe.
Ein Sonnenstrahl traf mein Gesicht, Ich war verwirrt, denn es regnete nicht, Da dachte ich, ich müsste gehen Und mir die ganze Welt besehen.
Ich füllte die Taschen mit reichlich Proviant, Denn die weite Welt ist ein großes Land. Ich schritt frohen Mutes die Straße hinan, Doch bald fing es heftig zu Schütten an.
Die Wolken der Welt hingen über mir fest, Sie zogen nicht weiter, nicht Ost und nicht West, Sie weilten und machten die Schleusen auf, Das Wasser stürzte, ergoss sich zuhauf.
Ich kehrte heim, durchnässt bis aufs Hemd, Die Haare klebten in die Stirn geschwemmt. – Eine Kanne mit Tee, ein Brot mit Belag, So stärkte ich mich, bis ich plötzlich erschrak:
Ein Sonnenstrahl traf mein Gesicht, Ich war verwirrt, denn es regnete nicht, Da dachte ich, ich müsste gehen Und mir erneut die Welt besehen.
Die weiße Gans steht ganz entzückend Auf bunter Wiese Blümchen pflückend, Hans steht am Zaun, er lächelt, lacht, Bestaunt die Gans in ihrer Pracht.
Sie zupft am Federkleid, sich schmückend, Doch dann droht dicke Luft – bedrückend, Das schwere Gattertor geht auf, Die Gans ist klug – macht Dauerlauf.
Der Bauer hinkt auf krummen Krücken, Er flucht, verdammt, aus vollen Stücken: »Du dumme Gans bleib endlich hier, Ich krieg dich schon, du blödes Tier!«
Der Bauer schnauft und will sich bücken, Da schießt ihm Schmerz in seinen Rücken, Die Gans quietscht laut vor Angst und Schreck, Der Bauer schwankt und sitzt im Dreck.
Rasch nimmt er ein paar Whiskeyschlücke, Auf dass sein Leiden sich verdrücke, Und als er wieder um sich sieht, Sieht er noch wie die Gans entflieht.
Das Tor steht offen, schwups, ruckzück, War sie entfleucht, kein Blick zurück, In weiter Ferne wippt der Schwanz, Und Hans macht einen Freudentanz.
Die Gans gerettet, ganz im Stück, Der Hans ist außer sich vor Glück, Er wünscht ihr noch ein langes Leben, Von vielen Gänseklein umgeben.
Der eine nimmt etwas und taucht es in Tinte, Der Jäger erlegt es mit seiner Schrotflinte, Manch einer ruht nachts auf dem weißen Kleid, Ein and’rer verspeist es zur Herbsteszeit, Mit Rotkohl und Klößen wird es kredenzt, Gebacken im Ofen bis es goldbraun glänzt. Falls sie’s noch nicht wissen, dann geh’n ’se raten, Das Lösungswort heißt nämlich ….
David Damm, 2021
Ich glaube, das Rätsel ist nicht allzu schwer. Wer noch einen Tipp braucht, der möge an den heutigen Tag denken. 😉
Wer jetzt in seiner Stube sitzt, Die Türen fest verriegelt, Den muss man packen, und dann flitzt Man raus geschwind zum nahen See, Wo’s Herbstlaub sich drin spiegelt. Doch wer in seiner Stube sitzt, Hält Türen meist verriegelt.
für wochen gefangen im häuslichen turm / zurückgewonnene freiheit entfacht das leben im sturm nur einsame runden im endlosen regen / endlich wieder hinaus ohne masken und regeln mittags abgespeist mit reis und petersilie / sich die ersehnte reise erfüllen zu der familie mit blassen wangen vor dem spiegel gestanden / vom alltag ablassen und in der ferne stranden in den seilen gehangen vom langen verstecken / die aussicht an steilen passagen entdecken wann den letzten eisbecher im café gegessen / wanderschuhe werden zum eisbrecher an alpenpässen die ewig gleiche sicht übers platte heimatland / neue platten beschallen den hungrigen verstand wie ein fauler wal tagein tagaus in der bude gehockt / du hast die wahl und nun wird die welt gerockt
Fritzchen sitzt wochentags für viele Stunden Hinter dem Monitor gänzlich verschwunden, Statt mit den Freunden gemeinsam zu zocken, Paukt er die Algebra, staubig und trocken.
Sonnenschein bruzzelt, das Hirn kocht zu Brei, Homeschooling kennt leider kein hitzefrei, Umso erfreulicher ist’s nach der Schule, Das Freibad hat offen und Fritz macht Bambule.
Er schnappt sich das Fahrrad, tritt in die Pedalen, Braust rasend vorüber an Ausflugslokalen, Stellt’s Radel am Zaun ab und flitzt zu dem Tor, Die Schlange ist lang und sie krümmt sich davor.
Ein Zeitfenster hatte sich Fritzchen gebucht, Ein Testcenter hatte er vorher besucht, Er zeigt seine Zettel, es sind eins, zwei, drei, Natürlich hat er auch ein Ticket dabei.
Er sucht sich ein Plätzchen nicht weit von dem Becken, Die Kumpels kann er in dem Bad nicht entdecken, Jetzt rollt er das Handtuch im heißen Sand aus, Jemand schwingt sich vom Zehner und erntet Applaus.
Vergebens sucht Fritzchen im Innern der Tasche, Er findet nur Flossen und Sonnencremeflasche, An alles gedacht, nur die Hose vergessen, Doch davon lässt Fritzchen sich nun nicht mehr stressen.
Mit hurtigen Füßen und mutigem Sprung Taucht er in das Wasser, es platscht durch den Schwung, Die Wellen umspielen nach so langer Zeit Und Fritzchen ist glücklich, ja, endlich befreit.
Die Flammen lodern zu den Sternen, Das Holz, das knistert, kracht und zischt. Ich kann mich nicht von dir entfernen. Die Flammern lodern zu den Sternen, Sie wollen mir das Träumen lernen, Zu lieben, was bei Tag erlischt. Die Flammen lodern zu den Sternen, Das Holz, das knistert, kracht und zischt.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Lagerfeuer« verfasst.
Ich quälte mich seit vielen Tagen Mit merkwürdigen Sinnesfragen, Wieso, weshalb, warum ist’s so, Macht Klugheit dumm und Dummheit froh?
Nach ewig langen Grübeleien Konnt‘ ich mich von der Qual befreien, Denn als ich in den Spiegel sah, Entdeckte ich ein Tier im Haar.
Erst unterm Rastermikroskop Sah ich, wie’s seine Mütze hob: Es war ein klitzekleiner Floh Mit einem Hut aus blondem Stroh.
Fortan werd‘ ich auch Hüte tragen, Dann wird mich nie mehr Juckreiz plagen, Denn dieser Floh hat’s schlau erkannt, Ein Hut schützt vor dem Sonnenbrand.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Strohhut« verfasst.
Ich sitze still am feinen weißen Strand, Die Wellen kitzeln meine blassen Zehen, Zwei Möwen landen neben mir im Sand, Der Wind lässt ihr Geschrei im Nu verwehen.
Das Meer rauscht leise und mit salz’gem Duft, Drei weiße Wölkchen ziehen rasch nach Norden, Nur eine löst sich auf in heißer Luft, Inzwischen ist es abendlich geworden.
Die Kleckerburgen steh’n verlassen da, Die Gräben werden von der Flut verwaschen, Die Sonne ist dem Horizont so nah, Und ich pack meine Badeausflugtaschen.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Kleckerburg« verfasst.
Mein Kumpel namens Matze Trägt unterm Käppi Glatze, Sein allerliebster Schatze Ist seine Schmusekatze. Am Poolrand sitzt ein Spatze Und zwitschert ein Geschwatze, Im Rasen ruht der Matze Auf seiner Luftmatratze. Er schnarcht, macht ratze ratze, Da langweilt sich die Katze, Nimmt ihr scharfe Tatze, Und los gehts mit Gekratze. Mit einem festen Satze, Erwacht der müde Matze, Denn seine Luftmatratze Tat plötzlich laut zerplatzzzzze.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Luftmatratze« verfasst.
Wie einst Tom Sawyer und Huckleberry Finn Schippern wir auf dem Wasser der Havel dahin. Am Wannsee schlagen die Wellen ans Floß, Wir fürchten sie nicht, unser Mut ist so groß.
Wir spähen durchs Fernrohr zum Strandbad hinüber, Dort gibt’s einen Schatz, unser Blut kocht vor Fieber. Die Leute liegen wie Krebse am Strand, Wir ankern und warten, geh’n erst nachts an Land.
Der Mond steht hoch und ist uns Laterne, Wie Eisdiamanten funkeln die Sterne. Die knittrige Karte weist uns den Weg, Wir graben mit Spaten und Schaufel am Steg.
Schon bald stoßen wir auf ein hölzernes Gut, Wir bergen die Truhe, brechen auf mit der Flut. An Deck knacken wir mit dem Anker das Schloss: Rost’ge Münzen, ein Seil und ein Wurfgeschoss.
Wir treiben flussabwärts noch tagelang, Tauchen ein in die Wildnis mit Vogelgesang. Der Fluss wird schmäler und windet sich bald, Wir erzittern beim Heulen der Wölfe im Wald.
Entsetzt stellen wir eines Morgens fest, Das Floß ist verfangen in Schling und Geäst. Ein Seerosenteppich umschließt uns ganz, Bis zum rettenden Ufer zwanzig Meter Distanz.
Wir binden den Haken an das Ende vom Seil, Und schleudern ihn kräftig wie einen Pfeil. Im siebten Wurf haben wir endlich Glück, Er wickelt sich fest und kommt nicht mehr zurück.
Mit all uns’rer Kraft zieh’n wir an einem Strang, Wir müssen uns sputen, der Ast hält nicht lang. Wir zählen gemeinsam hinauf bis zur Drei, Ein kräftiger Ruck und das Floß ist frei.
Wir stimmen vor Freude ein Seeliedchen an, Und danken dem klugen Steuermann. Das Schiffchen schaukelt wie auf hoher See, Beim nächsten Mal fahren wir auf der Spree.
Mit Reichtum beschenkt, auch wenn ohne Gold, Ist jedes Erlebnis des Entdeckers Sold: Die Schatzkiste gefüllt mit Abenteuern Von gierigen Schlangen und Seeungeheuern.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Abenteuer« verfasst.
Die Rosen sind ganz ausgebufft, Verströmen Himbeerbrausenduft. Schneeweiß die Erdbeerpflanzen blüh’n, Die ersten Früchte sind noch grün. Doch nicht mehr lange, Denn es ist Sommer – Es ist endlich Sommer.
David Damm, 2021
Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Himbeerbrause« verfasst.