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Schlagwort: juniverse (Seite 1 von 2)

Nichtschwimmer

Als Kind lernte ich schwimmen
In einem Brandenburger See,
Mitten im Wald gelegen,
Mit grobem Kies am Strand.
Die orangefarbenen Schwimmflügel
Wurden so fest aufgepustet
Wie beim Messen des Blutdrucks
Und über die dünnen Ärmchen gestülpt.
Ich fuchtelte mit Armen und Beinen
Auf dem Bauch liegend im Wasser
Und schluckte jede Menge davon.
Eine starke Hand unter dem Bauch stützte
Und hielt mich über der Wasseroberfläche.
Es dauerte eine ganze Weile
Bis die Bewegungen nicht mehr hastig,
Sondern koordiniert und ruhig wurden.
Die Eltern saßen auf dem Badehandtuch,
Sahen zu, wie ich bald alleine übte,
Ganz vorne im flachen Wasser
Und über den Seegrund robbte.
Stolz wie Bolle kam ich heraus,
Mit blauen, zitternden Lippen
Und rotem, zerkratztem Bauch.
Trotz meiner Täuschung gab es,
Nachdem die Sonne mich aufgewärmt hatte,
Zur Belohnung ein Eis vom Imbiss.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Schwimmflügel« verfasst.

Der Patzer

Mein Kumpel namens Matze
Trägt unterm Käppi Glatze,
Sein allerliebster Schatze
Ist seine Schmusekatze.
Am Poolrand sitzt ein Spatze
Und zwitschert ein Geschwatze,
Im Rasen ruht der Matze
Auf seiner Luftmatratze.
Er schnarcht, macht ratze ratze,
Da langweilt sich die Katze,
Nimmt ihr scharfe Tatze,
Und los gehts mit Gekratze.
Mit einem festen Satze,
Erwacht der müde Matze,
Denn seine Luftmatratze
Tat plötzlich laut zerplatzzzzze.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Luftmatratze« verfasst.

Himmelblau

Seit gestern ist der Himmel grau,
Ich wünschte er wär himmelblau,
Doch wär er blau, dann wüsste ich,
Ich kriegte einen Sonnenstich.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Himmelblau« verfasst.

Sandro Sandaletti

Im Sommer trag ich Sandaletten,
Das sind sehr hübsche Schuhe,
Vor Damen kann ich mich nicht retten,
Sie geben keine Ruhe.

Sie kommen stürmisch auf mich zu
Und wollen ständig wissen:
Welch‘ Material hat dieser Schuh?
Wie schnell ist der zerschlissen?

Bei so viel Modeinteresse
Hol ich ein wenig weiter aus,
Damit ich kein Detail vergesse,
Ich arbeite im Fachkaufhaus.

Die Sohle ist aus weichem Kork,
Der Riemen echtes Leder,
Die Firma sitzt in Göteborg,
Zum Glück weiß das nicht jeder.

Im Frühjahr kommt die Kollektion
In neusten Trends und Farben,
Ich order sie am Telefon,
Und kann sie morgen tragen.

Als treuen Kunden kennt man mich
Und macht mir ein Geschenk,
Im Päckchen nämlich finde ich
Auch Socken für’s Gelenk.

Und schau’n sie nur wie leicht es geht
Hinein und rauszuschlüpfen,
Das Schuhwerk ist so fest vernäht,
Sie können damit hüpfen.

Woll’n sie es auch mal ausprobieren?
Sie sagen vielen Dank, ach, nein,
Die Hüfte schief vom Balancieren,
Die Füßchen schmal und viel zu klein.

Mit Flip Flops, Schlappen, Jesuslatschen
Kann man sich nicht blamieren,
Ich könnt noch lange drüber tratschen,
Doch nun geh ich flanieren.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Sandaletten« verfasst.

Hundstage

Manche Menschen brauchen viel:
Sonnenstrahlen, Wärme und Hitze.
Mit jedem Grad, das empor klettert,
Steigen deren Laune, Lust und Lebendigkeit.
Ab fünfunddreißig Grad Außentemperatur
Fühlen sie sich pudelwohl
Und zeigen ihre schlanke Badefigur.

Andere Menschen brauchen viel:
Schatten, Frischluft und Kühle.
Mit jedem Grad, das empor klettert,
Nimmt deren Befinden und Bewegungsdrang ab.
Ab fünfundzwanzig Grad Außentemperatur
Fühlen sie sich hundeelend
Und verstecken ihre verschwitzte Frisur.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Hundstage« verfasst.

Auf großer Fahrt

Wie einst Tom Sawyer und Huckleberry Finn
Schippern wir auf dem Wasser der Havel dahin.
Am Wannsee schlagen die Wellen ans Floß,
Wir fürchten sie nicht, unser Mut ist so groß.

Wir spähen durchs Fernrohr zum Strandbad hinüber,
Dort gibt’s einen Schatz, unser Blut kocht vor Fieber.
Die Leute liegen wie Krebse am Strand,
Wir ankern und warten, geh’n erst nachts an Land.

Der Mond steht hoch und ist uns Laterne,
Wie Eisdiamanten funkeln die Sterne.
Die knittrige Karte weist uns den Weg,
Wir graben mit Spaten und Schaufel am Steg.

Schon bald stoßen wir auf ein hölzernes Gut,
Wir bergen die Truhe, brechen auf mit der Flut.
An Deck knacken wir mit dem Anker das Schloss:
Rost’ge Münzen, ein Seil und ein Wurfgeschoss.

Wir treiben flussabwärts noch tagelang,
Tauchen ein in die Wildnis mit Vogelgesang.
Der Fluss wird schmäler und windet sich bald,
Wir erzittern beim Heulen der Wölfe im Wald.

Entsetzt stellen wir eines Morgens fest,
Das Floß ist verfangen in Schling und Geäst.
Ein Seerosenteppich umschließt uns ganz,
Bis zum rettenden Ufer zwanzig Meter Distanz.

Wir binden den Haken an das Ende vom Seil,
Und schleudern ihn kräftig wie einen Pfeil.
Im siebten Wurf haben wir endlich Glück,
Er wickelt sich fest und kommt nicht mehr zurück.

Mit all uns’rer Kraft zieh’n wir an einem Strang,
Wir müssen uns sputen, der Ast hält nicht lang.
Wir zählen gemeinsam hinauf bis zur Drei,
Ein kräftiger Ruck und das Floß ist frei.

Wir stimmen vor Freude ein Seeliedchen an,
Und danken dem klugen Steuermann.
Das Schiffchen schaukelt wie auf hoher See,
Beim nächsten Mal fahren wir auf der Spree.

Mit Reichtum beschenkt, auch wenn ohne Gold,
Ist jedes Erlebnis des Entdeckers Sold:
Die Schatzkiste gefüllt mit Abenteuern
Von gierigen Schlangen und Seeungeheuern.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Abenteuer« verfasst.

Der Romantiker

Der Franz ist ein Romantiker,
Er liebt die Frauen wirklich sehr,
Doch eines mag er noch viel mehr:
Das endlos weite, wilde Meer.

So ist auch niemand arg erstaunt,
Dass Franz besonders gut gelaunt,
Wenn alles Glück zusammentrifft:
Dann packt es ihn und er den Stift.

Daheim schreibt er in süßen Zeilen,
Was er gedenkt ihr mitzuteilen,
Wenn sie sich seh’n am weißen Strand,
Wo er dann greift nach ihrer Hand.

Es braucht kein Geld und keine Firmen:
Spaziergang unter Sonnenschirmen
Zum Sonnenuntergang am Meer,
Und eine Frau, die Mann begehrt.

Die Sonne sinkt, die Nacht bricht an,
Die Sterne funkeln irgendwann,
Und beide wissen insgeheim,
Die Liebe kann für immer sein.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Sonnenuntergang« verfasst.

Endlich Sommer

Die Rosen sind ganz ausgebufft,
Verströmen Himbeerbrausenduft.
Schneeweiß die Erdbeerpflanzen blüh’n,
Die ersten Früchte sind noch grün.
Doch nicht mehr lange,
Denn es ist Sommer
Es ist endlich Sommer.

David Damm, 2021

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge zum Begriff »Himbeerbrause« verfasst.

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Juniverse 2021

Nachdem es im letzten Jahr so viel Spaß gemacht hat und einige von euch auch mitgemacht haben (das hat mich besonders gefreut 🙂 ), starte ich dieses Jahr mit einer neuen Gedichte-Mitmachaktion zum Thema »Sommer«.
Denn wie lange warten wir dieses Jahr schon darauf, dass es endlich wärmer wird, wir wieder häufiger raus an die frische Luft können, ohne uns nasse Füße oder einen Schnupfen zu holen? Na klar, viel zu lange. Denn der Mai mauserte sich zum neuen April und bescherte uns in Berlin viele Wolken, Regen, Hagel und sogar Schneeschauer. Sonnenschein oft Fehlanzeige.
Umso schöner ist es, dass nach dem Mai der Juni kommt, der Wetterbericht sonnige Tage verspricht, auch die Inzidenzzahlen fallen, man ab Freitag sogar ohne einen aktuellen Corona-Test oder Impfnachweis unter freiem Himmel im Biergarten sitzen darf. Man darf sich in größeren Gruppen treffen und sogar die Urlaubsorte öffnen ihre Pforten. Das ist doch was, oder? Wer sich dadurch genauso motiviert und inspiriert fühlt wie ich, der möge auf jeden Fall mitmachen und einen Monat lang jeden Tag ein Gedicht schreiben.

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Blumen

Blumen,
Leuchtende Farben,
Überall summen Bienen,
Tragen Pollen an Beinchen –
Erntezeit.

Nachtruhe.

Sonnenaufgang,
Tautropfen schimmern,
Aronstab, Ballonblume, Clematis,
Unzählige Rosen, Taglilien, Lichtnelken –
Blumen.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Tausend Tomaten

Tausend kleine Tomaten
Hängen in meinem Garten,
Ich kann es kaum erwarten,
Bis ich sie ernten kann.

Noch sind es grüne Bälle,
Doch bald geht es ganz schnelle,
Dass ich sie auf der Stelle
Mir einverleiben kann.

Bestimmt in ein paar Tagen,
Wenn sie sich Rot auftragen,
Dann werde ich es wagen,
Bis dahin bleib’n sie dran.

So muss ich mich noch zügeln,
Werd‘ graben in den Hügeln,
Die Gartenschürze bügeln,
Zieh‘ sie zur Ernte an.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Annas Farm

Anna macht‘ am Tag Spagat,
Harald sah das ganz als Spaß,
Danach aß man Blattsalat,
Manchmal gab’s dann Ananas.

Annas Lamm kam ganz rasant,
Harald nahm das Lamm an’s Band,
Das Alpaka sprang galant,
Was das Lama lahm gar fand,
Annas Gans saß da am Rand,
Fraß das Gras, was grad da stand.

Nachts ward’s kalt, das gab Alarm,
Anna lag an Haralds Arm.
Anna – das war Haralds Spatz,
Harald – das war Annas Schatz.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Die süße Versuchung

Fritzchen stand auf einer Leiter,
Spross‘ um Sprosse stieg er weiter,
Süße Früchte gab’s dort oben,
Hätt‘ sie gern in‘ Mund geschoben.

Als er nach den Kirschen langte,
Schrak er, weil die Leiter schwankte,
Zweimal hin und her – sie wippte,
Bis sie auf den Boden kippte.

Fritzchen hatte’s fast verpennt,
Griff im letzten Schreckmoment
Nach dem starken Kirschbaumast,
Dieser hielt die ganze Last.

Fritzchen fing nun an zu schwingen,
Doch es wollt‘ ihm nicht gelingen,
Zwischen Kirschen und den Blättern
Auf den Ast hinauf zu klettern.

Und so hing er schon ’ne Weile,
Ohne Rettungskletterseile,
Und sobald er dieses dachte,
Gab der Ast nach – und es krachte.

Fritzchen, der am Boden saß,
Griff nach links und rechts und aß,
Stopfte sich die Wangen voll
Bis der Saft aus diesen quoll.

Und nach vielen Schlemmerstunden
War’n die Kirschen ganz verschwunden,
Fritzchen schlief zufrieden ein
Mit ’nem dicken Bäuchelein.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Betthüpfer

Ich liege auf dem feuchten Rasen,
Da kribbelt’s mir in Ohr und Nasen,
Ich dreh‘ mich um und merke schnell,
Das ist ein selt’nes Sprungmodell.

Ein Tierchen sitzt auf einem Blatt
Und weil’s so lange Beinchen hat,
Springt’s gerne hoch und weit ins Ried
Und pfeift dabei ein schrilles Lied.

Ich rücke noch ein Stück heran,
Damit ich’s besser sehen kann:
Es trägt Antennen im Gesicht
Und unter’m Hals ein Blinkerlicht?

Da stimmt was nicht mit diesem Tier,
Denk‘ ich, die Augen reibend, mir:
Wenn Grillen Brillen am Kragen tragen,
Dann wird es Zeit gut‘ Nacht zu sagen.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Volle Punktzahl

Den ersten Punkt hast du für die Freude am Leben bekommen,
Den zweiten für das lodernde Feuer der Liebe in dir,
Den dritten erhieltst du für deine Gutmütigkeit,
Den vierten für das Glück, das du im Herzen trägst,
Den fünften bekamst du für die Kraft, die du anderen spendest,
Den sechsten für die Hoffnung, niemals aufzugeben,
Und den siebten und letzten für deinen täglichen Fleiß.

Nun sitzt du hier auf meiner Hand,
Krabbelst auf die Kuppe meines Zeigefingers
Und ich flüstere dir zu:
»Flieg, lieber Marienkäfer, flieg weit hinaus in die Welt.«
Schon schlägst du mit deinen Flügeln
Und entschwebst mit einem leisen Surren,
Um den Menschen deine Botschaft zu überbringen.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Die Ausgrabung

Es war einmal vor langer Zeit
In einem unbekannten Land,
Man grub mit Spaten tief und breit
Und schippte haufenweise Sand
Bis man dabei ein Schätzchen fand.

Dies‘ war nicht groß, nein, es war klein,
Experten waren sehr verwirrt,
Zu welchem Zwecke sollt‘ es sein?
Ein Ding, so quietschebunt lackiert,
Gefunden oft zu dritt, zu viert.

Man brachte es in eine Stadt
Und untersuchte ganz genau,
Warum’s ’nen hohlen Körper hat,
Das Mützchen rot, die Äuglein blau,
Doch wurde man daraus nicht schlau.

Nach hundert Jahren Forschungszeit
Erklärte man’s als Meisterwerk,
Und stellte sie schön aufgereiht
Auf einen flachen grünen Berg –
Seitdem nennt man sie Gartenzwerg.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Rabe und Bär

Es lebte in einem versteckt dunklen Wald
Ein Rabe von finsterster Vogelgestalt.
Die Brüder und Schwestern warf er aus dem Nest,
Die rabigen Eltern stieß er vom Geäst,
Er wollte nichts teilen, denn alles war sein,
Der Rabe war gierig und tückisch gemein.

Es lebte an einem hell plätschernden Fluss
Ein Bär, der schon lange gelebt haben muss,
Am liebsten lag er auf dem schön faulen Pelz
Am quirligen Ufer auf kühlendem Fels,
Die Fische, die sprangen und konnten froh sein,
Er mochte nur Träumen von Honig allein.

Es lebte an einem sehr fruchtbaren Feld
Ein Mensch, der den Acker mit Saatgut bestellt‘,
Er schuftete täglich von früh bis zur Nacht,
Er hat nur an’s Wohl der Familie gedacht,
Doch wegen der Arbeit blieb ihm wenig Zeit
Für Frau und die Kinder und Herzlichkeit.

Im Abendlicht zog es den hungrigen Bär
Zum Hause des Bauern, es lockte ihn sehr
Der süßliche Duft, ein Topf stand vor’m Haus –
Rhabarbar mit Honig – und kühlte noch aus.
Der Bär schlich sich vorsichtig tastend voran,
Er spitzte die Ohren – doch was geschah dann?

Der Rabe flog über den Bären hinweg,
Er kreiste und suchte den lohnensten Fleck.
Er stürzte hinab auf den Acker und fraß
Die Körner so schnell, dass er leider vergaß,
Sich zu vergewissern, dass niemand ihn stört,
Doch hatte der Mensch längst das Krächzen gehört.

Der Mensch wurde wütend, nahm Kimme und Korn,
Und schoss mit der Flinte, er tobte vor Zorn.
Es stoben die Federn des Raben umher,
Er krächzte noch einmal, dann war er nicht mehr.
Der Bär nahm die Tatzen geschwind in die Hand
Und schwamm über’n Fluss, wo der Mensch ihn nicht fand.

Am ganz frühen Morgen erwachte der Bär,
Die Sonne ging auf und er wusste nicht mehr,
Was gestern geschehen, die Sorgen war’n fort –
Ein Töpfchen Rhabarber mit Honig stand dort.
Und wenn dieser Bär nicht gestorben ist,
Dann sitzt er noch immer am Ufer und frisst.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Auf dem Holzweg

Ich saß auf einem Bretterding,
Ich glaub‘, es war…
Ein Tisch? – Nein.
Ein Brennholzhaufen? – Nein.
Ein Klappstuhl? – Nein.
Eine Bank? – Nein.
Eine Holzleiter? – Nein.
Ein Steg? – Nein.
Ein Hocker? – …
Jetzt fällt’s mir wieder ein:
Ich saß auf einem Bretterding
Und neben mir ein Schmetterling.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Die Maus

In meinem Garten wohnt ’ne Maus,
Sie hat dort irgendwo ein Haus,
Der Eingang liegt so gut versteckt,
Dass ich ihn bisher nicht entdeckt,
Ich suchte wirklich überall,
Im Gras, im Heu, im Pferdestall.

Wer fragt, woher ich wissen kann,
Dass sie dort lebt, dem sag‘ ich dann,
Ich sah sie oft auf ihren Runden
Am Himmel flattern und erkunden,
Doch brach die dunkle Nacht herein,
Muss sie im Schwarz verschwunden sein.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.

Im Morgenrot

Im Morgenrot die Vögel zwitschern,
Auf Blütenblättern Tröpfchen glitzern,
Am Pflaum’baum grüne Früchte hängen,
Die möchte ich zur Reife drängen,
Ich wünscht‘, sie wär’n längst violett,
Weil ich sie gern gegessen hätt‘.

David Damm, 2020

Dieses Gedicht wurde im Rahmen der Juniverse-Challenge verfasst.