Ein Jahr ist vorbei und es ist Juni, der vorsommerliche Monat, und wieder Zeit für das Gedichte-Universum. Wer die Juniverse noch nicht kennt, kann in den Aufrufen der vergangenen Jahre (2020, 2021, 2022, 2023, 2024) und den dort entstandenen Gedichten (#juniverse2020, #juniverse2021, #juniverse2022) stöbern.
Ich gebe eine Wortliste mit 30 Wörtern vor und an jedem Tag im Juni kann aus dem jeweiligen Tageswort ein Gedicht erstellt werden. Das Wort kann im Titel auftauchen, darf im Text verwendet werden oder dient als thematischer Aufhänger.
Ein Reh steht im Regenwald, es will sich nicht regen, Weil der Regen unentwegt aufs regungslose Rehfell fällt. Angeregt beobachtet das Reh einen winzigen Regenwurm, Wie er sich durch die regennassen Pfützen windet.
Schöner weißer Winterwald,
Wo bist du? Es ist so kalt,
Wünscht‘, ich könnte Wandern gehen,
Deine weiße Welt besehen,
Schritt für Schritt durch tiefen Schnee
Stapfend zum gefror’nen See.
Schöner weißer Winterwald,
Rasch, sonst kommt der Frühling!
Hol dein Fahrrad aus dem Keller,
Folge mir ein kleines Stück,
Lass uns Brandenburg erkunden,
Komm, wir fahren bis nach Brück.
Auf den Feldern, in den Wäldern
Findest du vielleicht das Glück, Ich hab meines schon gefunden,
Halt mal an und lass dich drück‘.
Die Hexe bewohnte am Liepnitzsee
Ein einsames Haus an der Waldchaussee,
Als Hänsel dann kam,
Sie sprühte vor Charme,
Trat er ihr galant auf den großen Zeh.
Ich bin allein.
Allein im Wald.
Ich hör‘ den Blättern zu.
Hier ein Fiepen,
Dort ein Trällern,
Hier ein Klopfen,
Dort ein Ruf,
Hier ein Summen,
Dort ein Sirren,
Hier ein Brummen,
Dort ein Schrei.
Ich bin im Wald –
Und nicht allein.
Die Buchen sollst du suchen!
Die Linden wirst du finden!
Von Eichen sollst du weichen!
Die Weiden musst du meiden!
Bei Eiben kannst du bleiben!
Bei Tannen zieh von dannen!
Bei Fichten – Schluss mit Dichten!
Im raschelnden Laub
Zum Prasseln des Regens
Wand’re ich still durch den Wald.
Die Stadt ist fast lautlos
Fernab von den Wegen,
Ich atme und mache kurz Halt.
Mein Blick geht nach oben
Und schweift durch die Wipfel,
Wo Bäume den Himmel berühr’n.
Ein Specht schlägt die Borke,
Die Vögelein singen,
Ich kann ihre Fröhlichkeit spür’n.