Silbenton

Das Blog für Lyrik, Prosa, Musik und Ton.

Weihnachtskalender 2016

Es ist schon wieder so weit. Der Winter naht und die Weihnachtszeit rückt mit großen Schritten näher. Und so startet am heutigen 1. Dezember zum fünften Mal der Akustische Weihnachtskalender für das Jahr 2016. Jeden Tag bis zum 24. Dezember öffnet sich ein Türchen und es wird eine kleine Geschichte oder ein Gedicht zum Anhören geben.

Ich bin schon jetzt auf die sicherlich wieder großartigen Beiträge gespannt!

Und wer nicht genug bekommen kann, kann durch die Kalendertüren der vergangenen Jahre stöbern: 2012, 2013, 2014 und 2015.

Augenblick III – Herbst

Gummistiefel waten durch das Moor,
Und halten am Ufer zur Rast,
Die finstere Schlinge wird ausgeworfen,
Die Versuchung wird ihm zur Last.
Blitz und Donner, Naturgewalten,
Prasselnder Regenschauer,
Aufgegeben, zugeschnappt,
Versunken in elender Trauer.

Während er flog, hat er sie angeschaut.
Er sah ihr tief in die Augen.
Sie erwiderte seinen Blick,
Am Himmel flogen weiße Tauben.
Glückshormone schossen durch ihre Adern,
Erfüllten sie mit Glückseligkeit.
Tränen fielen, Freudentaumel,
Ende der gemeinsamen Zeit?

David Damm, 2005

Das ist die herbstliche Fortsetzung des Gedichts vom Fisch und der Rose. Hier gehts zu den vorherigen Teilen vom Frühling und Sommer.

Vehlefanz

Ein Biber verlobt‘ sich in Vehlefanz
Und bat seine Frau bald zum Hochzeitstanz.
Er glänzte im Frack,
Sie trug schwarzen Lack
Und schrie schmerzlich: „Aua, du stehst auf dem Schwanz!“

David Damm, 2016

Liepnitzsee

Die Hexe bewohnte am Liepnitzsee
Ein einsames Haus an der Waldchaussee,
Als Hänsel dann kam,
Sie sprühte vor Charme,
Trat er ihr galant auf den großen Zeh.

David Damm, 2016

Der Neuntöter

Es war zu einer alten Zeit
Der Helden und Legenden,
Die Wälder tief, die Täler breit,
Als wollten sie nicht enden.

Auf einem Berg kam es zur Schlacht,
Am Drachenhöhlenfelsen,
Die Ritter starben, alle acht,
Geköpft an ihren Hälsen.

Mit tausend Wunden übersät,
Der Drache auch verschied,
Ein Vogel hat vom Baum gekräht
Und sang ein Abschiedslied.

Ein Hirte kam mit seinem Stab,
Er galt als Schwerenöter,
Er sah den Vogel und das Grab:
»Das war der Neunetöter!«

David Damm, 2016

Pulsgeworden

Im September 2016 ist eine Anthologie unter dem Namen »Pulsgeworden – Stadt schlägt Sinn in Dir« erschienen. Die Herausgeberinnen sind Stephanie Mattner vom Projekt Sternenblick und Jennifer Hilgert.

Im Buch beschreiben etwa 50 Autorinnen und Autoren ihren ganz persönlichen Blick auf die Stadt Berlin. In Form von Gedichten und Kurzgeschichten wird hier vom Ankommen in der Stadt gesprochen, von der Liebe zum Kiez, vom Mauerfall und der Wendezeit, von den Menschen und den Straßen, vom Entdecken per Bus und Bahn, vom Erlebnis Berlin bei Tag und bei Nacht.

Zur Premiere gab es eine Lesung im Cafe Mahlsdorf. Etliche Autorinnen und Autoren fanden sich in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen an einem Sonntagnachmittag ein. Elf Vorträge wurden gehalten, wobei jeder sein abgedrucktes Werk und bis zu drei weitere Stücke in zehn Minuten vortragen durfte.
Ein alter Mann, ganz in weiß gekleidet, nahm vor dem Publikum Platz. Er setzte sich nicht, sondern trug seine »Ode an die Spree« im Stehen vor. Er hatte die losen Zettel auf dem Tisch abgelegt und den Stuhl zur Seite gerückt. Sein Blick ging in die Ferne und er sprach die Verse frei und klar hinaus. Mit seiner Mimik untermalte er das Gesagte und mit den Händen gestikulierte er: sei es der Fluss, der sich in seinem Bett wandte, die Raben, die über Moab flogen oder der Kirchturm, hinter dem die Sonne verschwand. Nach der Ode folgten weitere Gedichte, wo jedes für sich eine eigene Geschichte aus Moabit erzählte, zusammen genommen jedoch ein kleines Meisterwerk entstand. Mit begeistertem Applaus wurde diese fabelhafte Vorstellung von Horst Jahn honoriert.

Nach gut zwei Stunden und einer kleinen Pause, die zum Kontakte knüpfen und für ein Gruppenfoto genutzt wurde, fand diese Lesung ihren erfolgreichen Abschluss.
Eine weitere Lesung mit anderen Autorinnen und Autoren aus dem Buch »Pulsgeworden« findet am Samstag, 3. Dezember, um 20 Uhr im DanTra’s in Schöneberg statt. Facebook-Termin vormerken!

Pulsgeworden Gruppenfoto

P.S. Ich bin mit meinem Gedicht »Erwachen einer Stadt« im Buch vertreten.

Oliver

im treppenhaus treffe ich den rundlichen oliver
 verkleidet als geschmacklose olive_
 von mütz bis schuh in oliv__
 echt häßlich oli___
 und so ol____
 o_____

David Damm, 2016

Sternschnuppenschauernacht

Sternschnuppenschauernacht

Seite 1 von 25

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: