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Juniverse

Letztes Jahr kam mir die Idee, dass es neben all den kreativen Challenges zum Schreiben und Zeichnen unbedingt eine für Gedichte geben sollte. Gedichte sind mein Steckenpferd und die Aktion soll mir (und wenn ihr wollt, auch euch) einen kleinen kreativen Impuls geben.

Einen Monat lang jeden Tag ein Gedicht schreiben.
30 Tage = 30 Gedichte

Für den Oktober gibt es den Inktober, für den November den NaNoWriMo, aber was ist mit dem Sommer? Eine Zeit, in der man jeden Tag draußen ist, sich mit Freunden trifft oder etwas unternimmt, neue Menschen und Länder kennen lernt. Da bleibt für tägliches Schreiben wenig Zeit, mag man einwenden, aber das ist ja das Schöne an Gedichten, dass sie nicht episch lang sein müssen. Mitunter reicht schon ein Zweizeiler.

Wie funktioniert Juniverse?

Ich gebe eine Liste von Wörtern vor. Für jeden Tag im Juni genau eins. Als erstes Wort und thematischer Oberbegriff dient »Garten«, denn da lässt es sich bei hoffentlich sommerlichen Temperaturen mit einem kühlen Bier in der Hängematte liegend und dem Zwitschern der Vögel lauschend gut aushalten.
Das jeweils vorgegebene Wort muss nicht zwingend verwendet werden – kann aber. Das Gedicht sollte im weitesten Sinne mit dem Wort zu tun haben. Form und Länge des Gedichts sind völlig frei: es darf gereimt werden oder nicht, ein kurzer Zweizeiler oder Gedichte jeglicher Formen wie zum Beispiel Elfchen, Haiku, Volksliedstrophe, Sonett, visuelle Poesie sind möglich.

Hashtags zum Posten

Wer seine erstellten Gedichte in den sozialen Netzwerken posten möchte, kann die Hashtags #juniverse und #juniverse2020 (bei WordPress, Twitter, Facebook, Instagram) nutzen, damit die Texte leicht gefunden werden können. Ansonsten habt ihr auch die Möglichkeit direkt unter meinen Gedichten zum jeweiligen Tag euer Werk in den Kommentaren zu posten.

Los geht’s mit der Wortliste

  1. Marienkäfer
  2. Seerose
  3. Molch
  4. Nachtigall
  5. Regenwurm
  6. Vogelhäuschen
  7. Teich
  8. Fuchs
  9. Kohl
  10. Sonnenschirm
  11. Erdbeerkuchen
  12. Insektenhotel
  13. Grashalm
  14. Summen
  15. Hängematte
Wörter der Juniverse-Challenge 2020. Das Bild darf gern verwendet und geteilt werden.
Die Hintergrundfarbe nennt sich übrigens »Grasgrün«.

Also, haut in die Tasten! Ich lass mich überraschen, ob euch etwas einfällt. Ich bemühe mich, jeden Tag das passende Gedicht hier zu veröffentlichen. Da ich nicht vorgearbeitet habe, was aber jedem nach Lust und Laune frei steht, kann es bei mir vielleicht auch mal einen Tag länger dauern.

Wer ist mit dabei?

Bisher nehmen folgende Bloggerinnen und Blogger an der Juniverse-Challenge teil:

Randzonenpoesie

Manchmal sitzt man vor der Tastatur, versucht seine Gedanken zu formen und in einem poetischen Text oder Gedicht festzuhalten. Doch möchte dies nicht immer gelingen, insbesondere dann, wenn Themen wild durch den Kopf kreisen und man sich nicht konzentrieren kann.
An diesem Punkt kann die Randzonenpoesie vielleicht helfen. Und das funktioniert so:

  1. Nimm ein beliebiges Buch (gelesen oder ungelesen) mit einem Prosatext zur Hand, z.B. einen Roman oder Krimi, und schlage willkürlich eine Seite auf.
  2. Decke mit einem Blatt Papier die Seite so ab, dass du von den einzelnen Textzeilen jeweils nur die ersten eins, zwei oder drei Wörter lesen kannst.
  3. Begib dich auf Schatzssuche und finde in den Textanfängen schöne oder skurrile Wörter, die dir besonders gefallen.
  4. Betrachte mehrere hintereinander folgende Zeilen, die möglicherweise in einem gänzlich neuen Kontext einen Sinn ergeben können.

Zum Beispiel habe ich mir von Theodor Fontane den Roman »Unterm Birnbaum« herausgesucht und bin im zweiten Kapitel schon ganz hübsch fündig geworden:

Randzonenpoesie Fontane

Ein Finanzbeamter, der seiner Zahlen nicht müde wird. Bemüßigt rechnet und dividiert er die Nummern, bis am Ende immer ein glattes Ergebnis steht. Division ohne Rest. Jeder mathematisch etwas bewanderte Mensch wird da erkennen, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann. So betrachtet man seine Arbeitsweise mit Argwohn und wird ihm gegenüber schnell unfreundlich. Aber der Himmel möge es dem Beamten verzeihen, wenn er manche Aufgabe nur durch Mogelei lösen könne − ja, sogar lösen müsse.

Oder hier von Clemens Brentano, dessen Todestag sich heute jährt, gefunden im Märchen »Gockel, Hinkel und Gackeleia« im zweiten Kapitel:

Randzonenpoesie Brentano

Der Kapitän sitzt in seiner klapperigen Kajüte. Die Bohlen erzittern und krächzen bei jedem Windstoß. Wie lange werden sie dem Sturm noch Stand halten? Es klopft an der Tür und eine junge Frau, deren Gesicht im Kerzenschein einem Wachspüppchen gleicht, tritt herein. Süßer Duft vermischt sich mit dem modrigen Holz und der Kapitän greift zum Tablett und stopft sich eines der frisch gebackenen Zuckerwerke in seinen Mund.

Die Poesie in der Poesie finden – eine poetische Schatzsuche.

Mit der Methode der Randzonenpoesie kann man Kunst in Kunst entdecken und daraus neue Kunst entstehen lassen. Sie gibt kreative Impulse und hilft Schreibblockaden zu überwinden.
Die Idee zur Randzonenpoesie habe ich bei urbanwriting.de gefunden. Vielen Dank für diese tolle Idee! 🙂

Der berühmte erste Satz

Ist der berühmte erste Satz ein Mythos? Oder warum wird ihm so viel Bedeutung beigemessen? Der erste Satz ist doch einfach nur ein Satz, der eine Geschichte von mehreren tausend Sätzen einleitet. Und diese Geschichte muss den Leser mitreißen. Manch ein Autor versteht es, schon mit dem ersten Satz, oder sagen wir besser den ersten zehn Seiten, den Leser zu packen, so dass dieser das Buch nicht mehr beiseite legen kann. Stellt man sich den Roman als ein Bewerbungsschreiben für einen Job vor, so enspräche der erste Satz gerade mal der Anrede. Diese sollte in einer Bewerbung natürlich fehlerfrei und ansprechend sein, ist aber weder ein Garant für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch noch für eine erfolgreiche Anstellung.

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Alle Jahre wieder…

Das monatliche Schreibcafé in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek hatte, so kurz vor Weihnachten, genau dieses Fest als Thema. Alle Jahre wieder stürzen sich die Menschen in die Geschäfte, um die allerletzten Geschenke für ihre Liebsten zu besorgen. Es muss etwas Schönes her, damit das Beisammensein unterm geschmückten Tannenbaum unvergesslich wird. Und so bricht vor der eigentlich so stillen Weihnacht die allgemeine Unruhe, Nervosität und Hektik aus.

Zur besinnlichen Einstimmung auf das Thema wurde eine Pralinenschachtel herumgereicht und jeder durfte zugreifen. Halt, nicht ganz! Die Schachtel wurde über den Tisch geschoben, und das mit so viel Schwung und Vorfreude, dass die Pralinen aus der Schachtel flogen und sich über den Tisch verteilten. Auf zum frohen Schreiben und zur ersten Übung! Weiterlesen